Nach unserem eintägigen Aufenthalt in Ayutthaya ging es mit Dennis und Olli per Zug in den Norden von Thailand, in Nicos und meine alte Heimat Chiang Mai.

Ich liebe Zugfahrten und hatte meine bisherigen drei Fahrten in Thailand in guter Erinnerung: 2011 von Sungai Kolok an der malaysianischen Grenze nach Bangkok, 2015 von Bangkok nach Surat Thani sowie von Pitsanulok nach Bangkok. Die Nachtzüge in Thailand haben schöne Abteile, in denen man sich an Tischen gegenübersitzen kann. Abends werden die Tische hoch- und die Sitze heruntergeklappt, sodass zwei gemütliche Stockbetten entstehen.

Da wir allerdings den einzigen Tageszug gebucht hatten, waren unsere Wagons anders aufgebaut – eher wie in einem Bus oder einem Flugzeug, mit den Reihen hintereinander. Aus einem gemütlichen Tag voller Brettspiele wurde also leider nichts. Nächstes Mal wieder Nachtzug!

Trotzdem: Für umgerechnet 16€ durchquerten wir das halbe Land, bekamen ein passables Mittagessen und konnten die schöne Landschaft an uns vorbeiziehen sehen.

Im Gegensatz zu den gemütlichen thailändischen Nachtzügen sind die Tageswagons nicht ganz so praktisch für eine Reise mit mehr als zwei Personen, da man sich nicht gegenübersitzen kann.

Im Gegensatz zu den gemütlichen thailändischen Nachtzügen sind die Tageswagons nicht ganz so praktisch für eine Reise mit mehr als zwei Personen, da man sich nicht gegenübersitzen kann.

Schöne Aussicht aus dem Zugfenster

Schöne Aussicht aus dem Zugfenster

Gegen Abend kamen wir in Chiang Mai an und ergatterten nach ein paar Minuten Verhandeln ein halbwegs bezahlbares Songthaew. Das sind die roten umgebauten Pickup-Trucks, die in Chiang Mai als öffentliche Verkehrsmittel dienen – eine Kreuzung aus Bus und Taxi.

Wir hatten online ein Hostel vorgebucht: Das „Bedterminal“ im Zentrum des Touristenviertels, nur wenige Gehminuten vom Thapae Gate (dem Osttor der Altstadt) entfernt. Thailand-typisch war bei unserer Ankunft natürlich niemand an der Rezeption. Nach einem Telefonat mit der Besitzerin stellte sich heraus, dass man unsere Buchung einfach übersehen hatte und alle Angestellten schon zu Hause waren. Kurze Zeit später kamen dann eine verschlafene Dame mit Partner und Kleinkind im Schlepptau, richteten schnell das Zimmer und ließen uns rein.

Die ganze Zeit über, die wir im Bedterminal untergebracht waren, waren keine anderen Gäste da. Wir hatten das super-moderne Hostel also ganz für uns allein. Ziemlich cool!

Unsere hippe Unterkunft: Das Hostel Bedterminal in einer Sackgasse, ganz nah am Thapae Gate

Unsere hippe Unterkunft: Das Hostel Bedterminal in einer Sackgasse, ganz nah am Thapae Gate. Ruhig und gleichzeitig zentral gelegen.

Home Sweet Home: Das Thapae Gate im Osten der Altstadt von Chiang Mai

Home Sweet Home: Das Thapae Gate im Osten der Altstadt von Chiang Mai

Vertrauter Blick aus dem Songthaew (roter Bus) auf den Berg Doi Suthep

Vertrauter Blick aus dem Songthaew (roter Bus) auf den Berg Doi Suthep

Die Tage in Chiang Mai füllten wir dann spontan und je nach Laune mit verschiedenen Aktivitäten. Natürlich standen einige Tempel und Museen auf dem Plan (von denen – wieder Thailand-typisch – einige geschlossen waren); außerdem die Erkundung der kulinarischen Möglichkeiten, die Chiang Mai zu bieten hatte; diverse Rooftop-Bars bei Nacht, und zwei abwechslungsreiche Ausflüge: Ziplining in den Bergen und eine Tagestour zum Doi Inthanon, dem höchsten Berg von Thailand. Dennis nutzte außerdem die Gelegenheit, um eine Mountainbike-Tour auf dem Doi Suthep zu machen. Olli und ich gönnten uns derweil einen Kino-Besuch mit unverschämt viel Popcorn.

Elefanten-Chedi im Wat Chiang Man, dem ältesten Tempel in Chiang Mai (1297 errichtet)

Elefanten-Chedi im Wat Chiang Man, dem ältesten Tempel in Chiang Mai (1297 errichtet)

Wat Buppharam östliche vom Thapae Gate

Wat Buppharam östliche vom Thapae Gate

Der Wat Buppharam beherbergt den größten Teakholz-Buddha der Welt.

Der Wat Buppharam beherbergt den größten Teakholz-Buddha der Welt.

Überblick über die regionalen Schriftsysteme im Chiang Mai Historical Museum. Super cool!

Überblick über die regionalen Schriftsysteme im Chiang Mai Historical Museum. Super cool!

Überblick über den Warorot Market – hier habe ich 4 kleine Teetassen für 10 Baht pro Stück erstanden. Das hat mich glücklich gemacht. ;)

Der Warorot Market: Hier habe ich 4 kleine Teetassen für 10 Baht (25 Cent) pro Stück erstanden. Das hat mich glücklich gemacht! 😉

Idyllische Teakhaus-Hofschaft mit Café und Antiquitätenladen, mitten in Chiang Mai

Idyllische Teakhaus-Hofschaft mit Café und Antiquitätenladen, mitten in Chiang Mai

Die Iron Bridge über den Mae Nam Ping, von der Bus Bar aus gesehen. Hier hatten Nico und ich vor 2 Jahren das Loi Kratong Festival gefeiert.

Die Iron Bridge über den Mae Nam Ping, von der Bus Bar aus gesehen. Hier hatten Nico und ich vor 2 Jahren das Loi Kratong Festival gefeiert.

Ausspannen in der Riverside Bar am Ostufer vom Mae Nam Ping

Ausspannen in der Riverside Bar am Ostufer vom Mae Nam Ping

Das Motto des Lemongrass Restaurants: "No view but tasty" – vollkommen richtig; die Aussicht war bescheiden, aber das Essen war super!

Das Motto des Lemongrass Restaurants: „No view but tasty“ – vollkommen richtig; die Aussicht war bescheiden, aber das Essen war super!

Die coole THC Rooftop-Bar mit Aussicht auf den Moat, der die Altstadt umgibt

Die coole THC Rooftop-Bar mit Aussicht auf den Moat, der die Altstadt umgibt

Trinkspiel-Punktetafel in der Reggae-Bar im Yellow Corner, der sehr überschaubaren Party-Meile von Chiang Mai

Trinkspiel-Punktetafel in der Reggae-Bar im Yellow Corner, der sehr überschaubaren Party-Meile von Chiang Mai

Thailändische Hacky-Sack-Variante, bei dem der Ball durch einen der drei Ringe oben geschossen werden muss.

Thailändische Hacky-Sack-Variante, bei dem der Ball durch einen der drei Ringe oben geschossen werden muss.

Bonus Cat Content!

Bonus Cat Content!

Von unserem Chiang Mai-Aufenthalt ist mir besonders das Ziplining in Erinnerung geblieben. Trotz (oder gerade wegen) meiner latenten Höhenangst, haha! Es gibt mehrere Anbieter in Chiang Mai, mit denen man an aufgespannten Seilen durch die Berge „fliegen“ kann.

Für unseren Trip wurden wir und die anderen Gäste morgens vom Touranbieter in einem Minivan eingesammelt. Dann ging es für etwa eine Stunde raus aus der Stadt, in die Berge. In einem der Bergdörfer war dann die Ziplining-Anlage aufgebaut, die offensichtlich das gesamte Dorf mit Arbeit versorgte.

Neben den etwa 20 Ziplines, an denen wir zwischen und über den Bäumen entlangschweben konnten, gab es auch noch zwei Abseiling-Stationen (30 und 50m), an denen wir an einem Seil senkrecht heruntergelassen wurden, und mehrere „Baumhäuser“, in denen wir herauf- oder herunterklettern mussten. Natürlich waren wir die ganze Zeit mit Seilen gesichert – ein bisschen mulmig wird einem aber schon dabei, wenn man an nur ein paar Seilen hängend durch die Baumwipfel fliegt; besonders bei den längeren Ziplines: 300m, 600m und 900m. Uff.

Wir waren etwa 15 Gäste und wurden wie die Hühner auf der Stange nacheinander an den einzelnen Stationen per Seil gesichert aufgereiht, in die Zipline eingehakt und dann losgeschickt. Auf der anderen Seite auf der Ankunftsplattform wartete dann bereits ein Guide auf uns, um uns entgegenzunehmen. Leider habe ich keine Fotos vom Ziplining selbst, weil ich keine Kamera dabeihatte. Die hätte ich vermutlich sowieso verloren. 😉

Unsere Guides waren drei gutgelaunte Typen aus dem Bergdorf, die mäßig Englisch sprachen: ein junger, gutaussehender Typ, der sich aus zwei Blättern „Katzenohren“ geformt und diese an seinem Schutzhelm befestigt hatte, und der mit seinen akrobatischen Kunststücken bei den vier chinesischen Touristinnen für viel Gekicher sorgte; ein mittelalter Guide, bei dem ich das Gefühl hatte, dass er seinen Job ziemlich ernstnahm, und ein alter Mann mit einer ordentlichen Alkoholfahne, der sich einen Spaß draus machte, die jungen Mädels zu erschrecken, wenn er sie losgleiten ließ.

Vorbereitung für's Ziplining. Im Vordergrund links: Der Graf!

Vorbereitung für’s Ziplining. Im Vordergrund links: Der blutleere Graf!

Durch diese Bergwälder sind wir geziplined!

Durch diese Bergwälder sind wir geflogen!

Und nun, zum Abschluss dieses Posts: Markenpiraterie wird in Thailand großgeschrieben! Hier zwei hübsche Fundstücke 😉 :

Lego-Plagiat mit vermutlich ebenfalls nicht lizensierten Marken-Shops_ Apple, KFC, Starbucks, 7/Eleven, McDonald's und Dunkin' Donuts

Lego-Plagiat mit vermutlich nicht lizensierten Marken-Shops: Apple, KFC, Starbucks, 7-Eleven, McDonald’s und Dunkin‘ Donuts

Zwilling-Plagiate in einem Haushaltswarenladen in Chiang Mai. Musste ich als Solinger natürlich fotografieren!

Zwilling-Plagiate in einem Haushaltswarenladen in Chiang Mai. Musste ich als Solinger natürlich fotografieren!