Wir haben mal wieder Besuch – diesmal von Ute, die wir vor etwa zwei Jahren als Couchsurferin in der Keldersstraße beherbergt hatten. Sie lebt mittlerweile mit ihrem spanischen Freund Miguel in Madrid, und die beiden nutzen gerade die Gelegenheit, ein paar Tage Urlaub zu machen und uns zu besuchen.

Da wir nur wenig Zeit zusammen haben und wir alle etwas mehr von der Insel sehen wollten, haben wir uns gestern einen Mietwagen gegönnt (für 30€ am Tag nicht wirklich teuer) und sind einmal rund um die Insel gefahren: Las Palmas – Agaete – La Aldea de San Nicolás – Puerto de Mogán – Las Palmas. Um 10 Uhr morgens ging’s los; abends gegen 21 Uhr waren wir wieder daheim.

Nico und Ute belanden den Mietwagen. Gleich geht's los!

Nico und Ute belanden den Mietwagen. Gleich geht’s los!

Der erste Stop war ein uns namentlich nicht bekanntes kleines Örtchen an der Nordküste der Insel, in dem es erstmal Frühstück gab: Chocolate con churros, also heiße Schokolade mit länglichen frittierten Brandteig-Teilchen. Das gab eine Menge Energie für den Tag!

Anschließend weiter die schöne Küstenstraße entlang in den Nordwesten der Insel. Tiefblaues Meer zur Rechten, beeindruckende Berghänge mit spärlicher Vegetation zur Linken. Dann ging’s weg von der Küste Richtung Südwesten, wo rechts der Pico de Gáldar neben uns aufragte, an dessen Fuß sich einige Ortschaften schmiegen.

Der Pico de Gáldar im Nordwesten von Gran Canaria

Der Pico de Gáldar im Nordwesten von Gran Canaria

Blick aus dem Autofenster

Blick aus dem Autofenster

Und dann waren wir schon in Agaete an der Westküste – die Entfernungen sind hier wirklich überschaubar!

Blick von der Promenade in Agaete nach Süden

Blick von der Promenade in Agaete nach Süden

Haus mit Meerblick in Agaete

Haus mit Meerblick in Agaete

Blauer Himmel, weiße Hausfassaden

Blauer Himmel, weiße Hausfassaden

Kaktusgarten auf dem Dach

Kaktusgarten auf dem Dach

Agaete ist besonders bekannt für seine „Natural Pools“ am nördlichen Teil der Strandpromenade: Das Meerwasser schwappt dort bei Flut hinein; bei Ebbe kann man dort gut baden und hat einen tollen Blick auf die Wellen, die nur weniger Meter weiter an den Steinstrand branden.

Kleine Fischchen, kleine Krebschen und relativ kaltes Wasser (das uns natürlich nicht vom schwimmen abgehalten hat).

Die Natural Pools in Agaete

Die Natural Pools in Agaete

Die Strandpromenade in Agaete

Die Strandpromenade Richtung Natural Pools

Ute und Miguel <3

Ute und Miguel <3

In der Ferne, mit Blick Richtung Westen, kann man mit ein bisschen Glück im Dunst den Teide auf Teneriffa erkennen – mit seinen 3718m der höchste Berg Spaniens und außerdem der dritthöchste Inselvulkan der Welt. Absolut beeindruckend, dass ein so fernes Landschaftmerkmal so hoch aufragt.

Der Gipfel des Teide ragt aus den Wolken

Der Gipfel des Teide ragt aus den Wolken

In Agaete gibt’s auch einen kleinen Hafen, von dem aus die Fähren Richtung Teneriffa auslaufen. Soweit ich weiß dauert die Reise etwa eine Stunde.

Der Hafen in Agaete. Die Fähre nach Teneriffa ist gerade vor Ort.

Der Hafen in Agaete. Die Fähre nach Teneriffa ist gerade vor Ort.

Der Highway war hier zuende, und die gesamte Westküste ist nur durch kleinere Straßen erschlossen. Über Serpentinen ging es nun also weiter die Küstenstraße entlang Richtung Süden. Der Atlantik tiefblau, der Wind pfeifend, und der Teide immer wieder in der Ferne durch die Wolken sichtbar.

Blick von der Küstenstraße zurück nach Norden auf Agaete

Blick von der Küstenstraße zurück nach Norden auf Agaete

Grandiose Aussicht auf den Atlantik

Grandiose Aussicht auf den Atlantik

Netze gegen Steinschlag

Netze gegen Steinschlag

Dazu kamen immer wieder schöne Aussichtspunkte, an denen wir uns Zeit nehmen konnten, die Landschaft und den Blicks aufs Meer zu genießen und am Straßenstand ein paar Snacks zu kaufen (z.B. „Dulce de Almendras“, eine kastenförmiger Mandelkuchen).

Es ist ganz schön windig!

Es ist ganz schön windig!

Der Straßenstand, an dem wir Bananen, Erdnüsse und Dulce de almendras gekauft haben

Der Straßenstand, an dem wir Bananen, Erdnüsse und Dulce de Almendras gekauft haben

Nico blödelt mal wieder rum :)

Nico blödelt mal wieder rum 🙂

Die Straße Richtung Süden schneidet sich durch die steile Küste, an der die Berge ziemlich abenteuerlich aus dem Wasser ragen. Zu unserer Linken dann immer wieder wechselnde Vegetation: Bei uns „unten“ auf halber Höhe zwischen Meer und Gipfeln hauptsächlich Gräserbüschel und später auch Kakteen; weiter oben konnte man Nadelbäume erkennen. Jede Menge Mikroklimazonen, genau so wie die Urlaubsprospekte es versprechen („Mini-Kontinent“).

Gräser und karge Landschaft

Gräser und karge Landschaft

An der Küstenstraße Richtung La Aldea

An der Küstenstraße Richtung La Aldea

Gegen Mittag kamen wir dann in La Aldea de San Nicolás an, ein kleines Örtchen, das wohl hauptsächlich für seine Tomatenproduktion bekannt ist. In dem Teil der Gemeinde, in dem wir ausgestiegen sind, gab einen kleinen Steinstrand, eine Mole mit winzigem Hafen und ein handvoll Touristenrestaurants direkt am Meer. Und jede Menge Wind.

Der hübsche Steinstrand am Playa de la Aldea

Der hübsche Steinstrand am Playa de la Aldea

Farbenfrohes Haus am Strand

Farbenfrohes Haus am Strand

Hafen am Playa de La Aldea

Hafen am Playa de La Aldea

Die drei Entdecker

Die drei Entdecker

Ganz schön baufällig!

Ganz schön baufällig!

Miguel genießt die Aussicht

Miguel genießt die Aussicht

Mole und Meer

Mole und Meer

Miguel, Ute und Nico im Tunnel am Strand

Miguel, Ute und Nico im Tunnel am Strand

Der Weg zum Tunnel

Der Weg zum Tunnel

Posen für die Kamera. Smile!

Posen für die Kamera. Smile!

Hier am Playa de La Aldea gab’s dann Mittagessen. Eine zahnlose alte Frau, die dort mit ihren Freunden speiste, ließ sich dazu hinreißen, aus voller Kehle spanische Songs zu schmettern – anschließend donnernder Applaus der Gäste.

Kritischer Blick auf die Speisekarte

Kritischer Blick auf die Speisekarte

Utes frischer frittierter Fisch

Utes frischer frittierter Fisch

Weiter ging’s nach Süden, diesmal nicht an der Küste entlang sondern durch die Berge. Serpentinen ohne Ende mit teils heftigen Steigungen. Unser kleiner Mietwagen musste ziemlich leiden.

Ein Bergdorf zwischen den steilen Hängen

Ein Bergdorf zwischen den steilen Hängen

Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir dann in Puerto de Mogán im Südwesten der Insel an. Hier wurde es wieder deutlich touristischer als an der Westküste, wenn auch etwas gehobener als in der Touri-Falle Maspalomas.

Wegen seiner Kanäle, die durch das Örtchen führen, wird es auch „Klein-Venedig“ genannt. Es hat ein bisschen Disneyland-Charme, aber nicht unbedingt im schlechten Sinne.

Gebäude der hübschen Hotelanlage direkt am Meer

Gebäude der hübschen Hotelanlage direkt am Meer

Einer der Kanäle, die für den Namen "Klein-Venedig" verantwortlich sind

Einer der Kanäle, die für den Namen „Klein-Venedig“ verantwortlich sind

Hier gibt’s ebenfalls wieder einen Hafen, in dem auch einige kleine Yachten liegen, und einen niedlichen Strand mit Mole, die jegliche Wellen abschirmt.

Der Hafen in Puerto de Mogán – der Ort war früher in erster Linie ein Fischerdorf

Der Hafen in Puerto de Mogán – der Ort war früher in erster Linie ein Fischerdorf

Klares Wasser im Hafenbecken

Klares Wasser im Hafenbecken

Der künstlich angelegte kleine Strand in Puerto de Mogán

Der künstlich angelegte kleine Strand

Steile Felsen in Puerto de Mogán

Steile Felsen in Puerto de Mogán

Ein Kreuz im Felsen

Ein Kreuz im Felsen

Ein bisschen schlendern, ein bisschen am Strand sitzen, ein Eis bei Sonnenuntergang – und dann ging’s schon wieder heimwärts, über den Highway an der Süd- und Ostküste entlang.

Im Autoradio auf dem Heimweg dann Fußball: Real Madrid gegen Las Palmas (die dieses Jahr frisch in der 1. Liga spielen dürfen). Als der Moderator vor lauter Jubel total ausrastete, schlossen wir, dass Las Palmas wohl entgegen der Erwartungen ein Tor geschossen hatte. Schlussendlich ging es sogar 2:2 aus, aber das erst, als wir schon wieder müde und zufrieden zu Hause im Bett lagen. (Der Jubel, der durch die geöffnete Balkontür hereinschallte, bewegte uns dazu, doch mal die Fußballergebnisse zu checken).

Fazit: Eine tolle Insel, auf der wir hier gelandet sind! Nun will ich den Teide aber auch mal aus der Nähe sehen…