Die vergangenen zwei Wochen – vom 10.12. bis zum 23.12. – haben wir an einer Konferenz für „Digitale Nomaden“ teilgenommen – auf einem Kreuzfahrtschiff, das uns von Las Palmas in die Karibik gebracht hat.

Unter dem Namen „Nomad Cruise“ haben wir gemeinsam mit etwa 150 anderen Weltenbummlern den Atlantik überquert. Nix da Pauschal-Kreuzfahrt, sondern vielmehr eine super-spannende Sache, die Nico und ich möööglicherweise wiederholen wollen!

route_2

Unsere Route von Las Palmas nach Santo Domingo

Die erste Woche haben wir ausschließlich auf See verbracht, in der zweiten Woche gab es auch 4 Landgänge auf die Inseln St. Maarten, Antigua, St. Lucia und Barbados. Kern des Cruises war allerdings nicht das (Nearly-)All-Inclusive-Programm der Kreuzfahrt, sondern das von Johannes Völkner und seinem Team organisierte das Rahmenprogramm für digitale Nomaden: An den 7 Tagen der ersten Woche gab es zahlreiche Talks und Workshops zu verschiedensten Themen rund um Unternehmertum, Finanzen, Work-Life-Balance & Co.

Für mich persönlich war der Cruise aber in erster Linie eine Möglichkeit, um endlich mal 2 Wochen (fast) offline zu sein, Urlaub zu machen und eine Menge interessante und nette Leute kennnezulernen. Ganz nebenbei habe ich noch viele Ideen für meine Selbstständigkeit gesammelt. Das bleibt wohl nicht aus, wenn man mit 150 anderen kreativen Köpfen in engem Austausch steht.

Da es viel zu erzählen und noch mehr zu zeigen gibt, hier nun endlich die besten Fotos der vergangenen 2 Wochen:

109

Am 10.12. vor dem Boarding gab’s das erste gemeinsame Foto (auf dem noch nicht alle Cruiser zu sehen sind). In der Woche vor dem Cruise fand in Las Palmas das „Nomad City“-Event statt, das Johannes und unser Coworking-Space-Host Nacho gemeinsam organisiert haben. Daher war schon ein paar Tage vorher eine ganze Horde Nomaden in die Stadt gekommen.

116

Warten auf das Gruppenfoto… im Hintergrund erkennt man mit viel Fantasie unser Schiff, die M/V Zenith, die für 2 Wochen unser Zuhause war. Besser zu sehen: die AIDA, die immer wieder zu den kanarischen Inselns schippert (und die laut Nico „nen fetten Arsch“ hat).

124

Trotz Online-Checkin beim Kreuzfahrt-Anbieter Pullmantur mussten wir vor dem Boarding noch zahlreiche Formulare ausfüllen. Insgesamt dauerte die Prozedur mehrere Stunden. Seufz.

126

Boarding-Schlange im Schneckentempo. Immerhin gab es Sekt (was dafür sorgte, dass einige von uns ziiiemlich beschwipst an Bord gingen).

142

Links: Die M/V Zenith, von der ihr gleich noch mehr sehen werdet. Gebaut im Jahr 1992, Horizon-Klasse (was auch immer das sein mag…), 208m lang und 29m breit, 12 Decks, Maximalgeschwindigkeit 21 Knoten(~39km/h), Kapazität für über 1800 Passagiere und über 600 Crewmitglieder. Rechts daneben: Das blöde TUI-Schiff, das einen viel fetteren Pool hatte als wir. Und außerdem Indoor-Whirlpools. Pff.

151

Nico und sein Skateboard. Unser größeres Gepäck wurde beim Checkin aufgegeben und direkt vor unsere Kabinen geliefert.

158

Panoramablick unserer Kabine 9078. Unser Zuhause für die kommenden zwei Wochen. Wirklich gemütlich! Besonders nachts, wenn das Wetter etwas unruhiger war und das Schiff uns in den Schlaf geschaukelt hat (ich bin nicht sicher, ob Nico mir hier zustimmt).

162

Willkommenspaket vom Nomad-Cruise-Team: Begrüßung, Logbuch mit den wichtigsten Infos zur Konferenz und zum Cruise, ein Shirt mit dem Cruise-Logo und ein bisschen Süßkram als Nervennahrung. Super!! (Leider waren die Shirts etwas klein. Wir waren erleichtert als wir erfuhren, dass es den meisten anderen auch so ging und es nichts mit unserem ausgedehten Vorweihnachts-Nahrungskonsum in Spanien zu tun hatte…)

165

Endlich konnte ich mal einen ausgedehnten Blick auf den Puerto de la Luz werfen! Sooo viele Container!

167

Las Palmas am späten Nachmittag. Das ist übrigens nicht „unser“ Ufer an dem wir gewohnt hatten; dafür muss man etwa 10 Minuten auf die andere Seite des Isthmus gehen.

172

Selfie-Check: Ja, die Nomad-Cruise-Shirts sehen super aus! 😉

173

Wir hatten eine „Außenkabine“ gebucht; leider mit dem (uns vorher nicht bekannten) Zusatz „eingeschränkte Sicht“. Das heißt: Wir hatten lediglich Aussicht auf das Rettungsboot. Als ich einmal nachts wach wurde, sah ich gedämpftes Licht von draußen hereinscheinen und freute mich, dass ich wohl gerade rechtzeitig zum Sonnenaufgang wachgeworden war. Also flugs angezogen und raus aufs Deck: Tja, es war 3:30 mitten in der Nacht, und der Lichtschein war lediglich die Rettungsbootbeleuchtung gewesen. Immerhin ganz interessant, um die Zeit mal über’s Schiff zu spazieren. An der Poolbar tanzten noch ein paar verlorene Seelen…

178

Kurz vor der Abreise: um 19 Uhr sollten sich die Anker lichten. Leider hatten wir kaum Gelegenheit, dem Spektakel beizuwohnen, da wir um 19:15 pünktlich zum Abendessen erscheinen mussten. Aber es gibt wohl Schlimmeres. #firstworldproblems – an Bord eines Kreuzfahrtschiffs wird man übrigens mit einer ganz neuen Kategorie von Luxusproblemen konfrontiert. Also: #luxurycruiseproblems

183

Ciao Las Palmas! (Man, was hat Nico denn bitte für geile Haare?!)

185

Ciao La Isleta!

200

Die Bar im Moka Café – unser Paket war „Half-Inclusive“: Die meisten Getränke und das Essen waren frei, aber ein paar obskure Items kosteten richtig viel Geld. Dazu zählten: Marken-Schnäpse und -Weine, Softdrinks aus Dosen statt im Glas, Snacks wie Chips & Co., und natürlich: Wäsche. (Eine Ladung kostete uns über 37€ – und das waren nur ein paar Shirts und Unterwäsche. Hätten wir mal besser die Wäsche-Wasch-Service-Anleitung genauer studiert!)

201

Das blöde fette TUI-Schiff mit den Indoor-Whirlpools (hier nicht im Bild). 😛

206

Uuuh, eine offene Tür zum interessanten Schiffsinneren auf Deck 12!

212

Die Poolbar – einer der Lieblingstreffpunkte unserer Gruppe. Andere beliebte Plätze waren: die Disco auf Deck 8 (wo unsere Konfeerenz stattfand), das Moka-Café ebenfalls auf Deck 8 und das Heck von Deck 10 und 11 (nachdem die Renovierungen der ersten Woche erledigt waren). Die Rendez-vous-Lounge auf Deck 7 blieb (bis auf einen kurzen Zeitraum nach dem Abendessen) eher den Rentnern vorbehalten.

224

Der Gang zu unserer Kabine. Es war quasi unmöglich, unserem Cabin Stewart und seinen freundlichen Grüßen zu entgehen. Jede Kabine hat ein Kärtchen, das man in den Schlitz an der Türklinke stecken kann um anzuzeigen, dass heute nicht gereinigt werden soll. Ich hatte den Eindruck, dass er das als persönliche Beleidigung empfunden hat, wenn wir mal auf die Reinigung verzichten wollen – wir mussten ihm dann mehrmals täglich versichern, dass heute wirklich nicht geputzt werden sollte, dass wir zufrieden waren, dass er auch nicht später vorbeikommen brauchte, und dass er morgen wieder putzen darf. Echt merkwürdig.

230

Blick vom Heck auf Deck 9 nach hinten. Wir lassen Europa hinter uns… So weit westlich war ich noch nie!

240

Raue See am ersten Tag – der Salzwasserpool schwappt gewaltig!

245

Fotos können das Wahnsinnsblau des Ozeans NICHT wiedergeben.

263

Oh, ja, die Konferenz… Leider habe ich kaum Fotos von den Talks und Workshops. Ich war zu beschäftigt mit Notizen machen und Zuhören und so… puut len. 😉

266

Wo kommen bloß immer diese ganzen Kabel und Elektrogeräte her? Es werden immer mehr! O_o

279

Auf der Kreuzfahrt habe ich David Foster Wallaces „A supposedly fun thing I’ll never do again“ gelesen: Ein 1996 veröffentlicher Essay über seine 7-Nächte-Karibik-Kreuzfahrt auf der Zenith (unserer Zenith, jaja!). Mit viel schwarzem Humor beschreibt er seine Erlebnisse auf dem damals noch zu Celebrity Cruises gehörenden Schiff (das damals noch etwas luxuriöser war und weniger „shabby chic“-Charme versprühte als heute. Die perfekte Lektüre, wenn man selbst an Bord ist und sich ständig in den Beschreibungen wiederfindet. Die gleichen Räumlichkeiten, die gleichen Gesprächsthemen, die gleichen Abläufe, die gleiche soziale Unbeholfenheit. Der gute David (RIP) war in Kabine 1009 untergebracht, und auch seine Beschreibung der Inneneinrichtung ist „spot-on“. Daher also mein begeistertes Foto. Ich musste einfach die knapp 150m dorthin pilgern und ein Selfie machen.

280

Das Logo das Moka-Cafés. Es gab einen Kreuzfahrer (ein britischer Rentner namens Bill), der zu jeder Tages- und Nachtzeit dort im immer gleichen Stuhl saß, vor sich zwei Bier, Käppi auf dem Kopf, Bierbauch gemütlich ausgestreckt, manchmal in Begleitung seiner Frau Barb. Legendär. In einer der letzten Nacht trafen Jenny und Melissa ihn gegen 3:30 morgens in der Disco an. Ein Foto entstand (in dessen Besitz ich (noch) nicht bin). Noch legendärer.

Okay, der Blogpost wird zu lang… die Bilder von den Landgängen kommen ein einem zweiten Teil!