Langsam reisen. Sparsam leben. Bewusst genießen.

Wir sind Nico und Nina und leben bereits seit 2015 ortsunabhängig.

Obwohl wir wohl offiziell das Label „digitale Nomaden“ tragen, unterscheidet sich unser Lebensstil in einigen Punkten von den gängigen Klischees der Szene. Diese Unterschiede wollen wir hier im „Slowmads-Manifest“ festhalten.

Los geht’s:

Wir reisen langsam. Sehr langsam. 

Die meisten Nomaden wollen möglichst viele Länder bereisen. Kein Wunder, schließlich ist es einer der Vorteile der Ortsunabhängigkeit, dass man so viel von der Welt sehen kann, wie man möchte.

Die Möglichkeit, nach Herzenslust andere Länder und Kulturen hautnah kennenzulernen, ist vermutlich für fast alle digital nomads ein entscheidender Grund, den Schritt aus der gewohnten Heimat heraus zu wagen.

Für uns Slowmads steht allerdings weniger das Bereisen, sondern mehr das Kennenlernen interessanter Länder im Fokus. Deshalb bleiben wir meist 3-9 Monate an einem Ort, um uns dort einen Alltag zu schaffen.

„Wir reisen nicht viel, wir ziehen nur sehr oft um“ – so erklären wir unseren Lebensstil unseren Freunden zu Hause gerne. Und tatsächlich sehen wir meist weniger von den gängigen Touristenattraktionen eines Landes als ein normaler Urlauber es in 3 Wochen schafft.

Wir sind keine Rekordtempo-Bucket-List-Abhaker.

Zum Nomadenleben gehört für viele dazu, jede Menge spannende Dinge zu erleben und jeden Tag zu etwas Besonderem zu machen.

Diesen Anspruch haben wir nicht. Klar, wir gönnen uns auch wunderbare Wochenend-Ausflüge und gutes Essen. Und wir waren auch auf Events wie dem Digital Nomad Cruise oder der Nomad City in Las Palmas und haben in Nomaden-Hotspots wie Chiang Mai oder Ubud gelebt.

Trotzdem: Unser Leben besteht in erster Linie aus Alltag. Und den wollen wir uns so angenehm wie möglich gestalten.

Das bedeutet auch, nicht wild jedem Event hinterherzurennen und zu akzeptieren, dass die eigene FOMO (fear of missing out) einfach nicht gestillt werden kann. Aber vielleicht sind wir auch einfach nur faul. 😉

Wir sind Festangestellte.

Die meisten Nomaden ziehen ein Lifestyle-Business auf, um ihre Träume zu verwirklichen. Unser Traum ist es, mit wenig materiellen Dingen und einer angenehmen Work-Life-Balance zufrieden zu sein.

Wir lieben unsere Jobs als Angestellte, haben tolle Kollegen, nette Chefs und interessante, zukunftsweisende Projekte, an denen wir arbeiten können – und das auch noch remote.

Gleichzeitig haben wir nicht den Druck, unser Hobby als Entrepreneur zum Beruf machen zu müssen. Und so können wir hier auch ohne Druck und Hintergedanken bloggen.

Wir sorgen vor und spießern rum.

In Nomadenkreisen scheinen Themen wie finanzielle Sicherheit und Altersvorsorge nicht so beliebt zu sein.

Der Fokus liegt oft eher darauf, das eigene Lifestyle-Business im Turbo-Tempo ganz nach vorne zu bringen. Das macht Sinn, denn viele Nomaden sind jung, voller Energie und stehen gerade am Anfang ihrer Karriere.

Wir hingegen setzen einen anderen Schwerpunkt: Mit unseren Jobs als Angestellte gehen wir den weniger glamourösen Weg.

Da wir nicht mehr die Jüngsten sind (OMG!), kümmern wir uns stattdessen aktiv um Themen wie Altersvorsorge und Vermögensaufbau. Und das ist gar nicht mal so langweilig, wie man vielleicht denkt!

Wir sind sparsam.

Die Kombination aus langsamem Reisen, Leben in Schwellenländern und bewusstem Konsum ermöglicht es uns, sparsam zu leben.

Das fühlt sich keinesfalls nach Askese und Verzicht an, im Gegenteil: Unser sparsamer Lebensstil macht uns sehr zufrieden. Und mit ein paar gezielten Luxus-Frivolitäten (Kaffee für Nico, Tee für Nina) schrauben wir unsere Zufriedenheit effektiv nach oben.

Gleichzeitig arbeiten wir stetig daran, den Lifestyle Creep einzudämmen. Schließlich macht mehr Konsum auch nicht glücklicher, sondern wird leider ziemlich schnell zum neuen gefühlten „Normal“.

Wir genießen unser Leben.

In diesem Punkt unterscheiden wir uns nicht von den Idealen der Nomadenszene. Genuss steht auch für uns ganz oben auf der Prioritätenliste.

Aber wir glauben, dass man dafür nicht zwangsläufig viel Geld ausgeben muss oder besondere Anlässe braucht. Achtsamkeit ist die beste Zutat.

So werden aus unseren täglichen Kaffee- und Teezeremonien besondere Momente. So wird jede Mahlzeit zu einem Highlight (in Asien zugegebenermaßen auch nicht besonders schwer). Und gemeinsame Gespräche sind sowieso durch kaum etwas zu toppen.

Wir sind Slowmads

Als Slowmads wollen wir auf diesem Blog eine Seite der Ortsunabhängigkeit beleuchten, die manchmal etwas untergeht.
Abseits von Instagram-Selfies, ständigem Highlight-Reel und Power-Bromads. Etwas älter, ruhiger und weniger aufregend als das Bild, das von der Nomadenszene oft gern gezeichnet wird, von den Medien und von uns Webworkern selbst.

Dabei sehen wir uns irgendwo in der Schnittmenge zwischen Ortsunabhängigkeit, Finanzbildung und Persönlichkeitsentwicklung.

Und wer weiß, vielleicht hilft das bloggen uns Slowmads ja auch dabei, unseren oben genannten Idealen immer näher zu kommen und unser Leben noch bewusster zu gestalten.

Denn mal ehrlich: Natürlich saufen, prassen und daddeln wir viel mehr, als wir uns das eigentlich vornehmen. Wäre ja auch langweilig, wenn nicht! 😉