Frohe Weihnachten euch allen!

Wie wir hörten, herrschen auch in der Heimat nahezu tropische Temperaturen. Das beruhigt uns, denn auch hier kommt kein wirkliches Weihnachtsfeeling auf, trotz Dauerbeschallung mit Weihnachtsmusik in allen Einkaufscentern im heimatlichen Chiang Mai in den letzten Wochen. Das ist wohl der Preis, den man zahlen muss, wenn man Weihnachten am Strand verbringt.

Weihnachtskitsch in Chiang Mai

Weihnachtskitsch in Chiang Mai

Und warum sind wir jetzt gerade hier in Mui Ne, einem von russischen Touristen bevölkerten Strandbad? Das hat mehrere Gründe!

  1. Wenn man nach Thailand einreist, kann es sein, dass man ein Ausreiseticket nachweisen muss. Also hatten wir bereits vor unserer Abreise aus Deutschland einen Flug gebucht, der ging, bevor unser Visum abgelaufen war. Deshalb ein Flug zum Jahresende!
  2. Unsere Freunde Tom und Eva sind zurzeit auf Weltreise, und da wir nicht wussten, wohin wir von Thailand aus wollten, fragten wir die beiden, wo sie denn um Silvester herum sind. „Vermutlich Vietnam“ war die Antwort. Deshalb Vietnam!
  3. Wenn schon Weihnachten in SOA, ohne Schnee/Regen, dann wenigstens stilecht am Strand! Wir sind jetzt seit zwei Monaten in SOA und hatten noch nicht im Meer gebadet. Deshalb zum Strand!
  4. Wir hatten zuerst überlegt, nach Phu Quoc (eine Insel im Südwesten von Saigon) zu reisen, aber dann haben uns sowohl die Preise abgeschreckt als auch die Tatsache, dass Tom und Eva noch nicht so weit südlich sind, wie wir ursprünglich gedacht hatten. Silvester in Saigon wird wahrscheinlich nichts, sondern wir treffen uns irgendwo weiter nördlich. Also Mui Ne!

Also haben wir früh morgens unsere gemütliche Seitenstraße in Saigon verlassen, um nach Mui Ne zu kommen. Vorher gab’s im Hostel ein mäßig gutes Frühstück (für mich Pancakes, für Nico Nudelsuppe). Das Essen hier in Vietnam hat uns bisher noch nicht wirklich überzeugen können. Außer der Inder in Saigon, direkt neben unserem Hotel (siehe Bild): Ich habe selten ein Essen so sehr genossen wie dort!

Die Seitengasse der Pham Ngu Lao Street in Saigon, in der unser Hostel lag

Die Seitengasse der Pham Ngu Lao Street in Saigon, in der unser Hostel lag. Und der leckere Inder!

Nach dem Früstück sind wir ein paar Meter zu einer Bus Company um die Ecke, die laut Berichten im Internet sehr zuverlässig sein soll. Dort haben wir einen Bus ins etwa 200km entfernte Mui Ne gebucht. Kostenpunkt: 5€ pro Person. Ein paar Minuten später saßen wir im Bus (eng aber bequem – mit Liegesesseln!) und auf ging’s auf die etwa fünf- bis siebenstündige Reise. Warum so lange für so eine kurze Strecke? Keine Ahnung. Ist halt Vietnam.

Unser Bus nach Mui Ne. Echt gemütlich!

Unser Bus nach Mui Ne. Echt gemütlich!

Bushaltestelle auf dem Weg von Saigon nach Mui Ne

Bushaltestelle auf dem Weg von Saigon nach Mui Ne

Wir hatten uns vorab bei Agoda ein nettes aber etwas schäbiges Hotel gebucht, zwei Strände vom Touristenort entfernt, direkt am Meer. Es fühlte sich dort in etwa so verlassen an wie in unserem Urlaub am Balaton: Die Gegend scheint ihre besten Zeiten hinter sich zu haben; überall verfallende oder nur halb fertig gebaute Resorts. Bungalow-Siedlungen ohne Dächer, nur noch die leeren Betongerippe, und jede Menge Schutt überall. Im touristischen Zentrum, etwa 15km entfernt, ist neben Vietnamesisch auch viel auf Russisch ausgeschildert. Sozialistisches Ferienparadies?

Das Grundstück neben unserem Hotel... Schutt, Müll, Reste einer vergangenen Zivilisation... und ein Billardtisch!

Das Grundstück neben unserem Hotel… Schutt, Müll, Reste einer vergangenen Zivilisation… und ein Billardtisch!

Dort im Örtchen ist auch mehr los. Der Grund: Mui Ne ist ein Kitesurfer-Hotspot, und demensprechend windig ist es hier auch. Der Touristenstrand zeigt nach Süden, und dort ist es etwas ruhiger, aber an unserem Oststrand wehte ein ordentliches Lüftchen, und wir hatten gute Wellen. Außerdem am ganzen Strand keine Menschenseele in der näheren Umgebung zu sehen, außer ab und zu ein paar Fischern.

Sonnenaufgang an Heiligabend. Die Fischer holen ihre Netze ein.

Sonnenaufgang an Heiligabend. Die Fischer holen ihre Netze ein.

Es ist windig in Mui Ne! ;)

Es ist windig in Mui Ne! 😉

Da unser Strand so untouristisch ist, macht sich hier auch niemand die Mühe, den Müll zu entfernen. Daher schwimmt im Wasser eine Menge Plastik, sodass wir dort nicht baden wollten. Das ist aber kein Problem, denn mit dem örtlichen Bus kommt man ganz einfach zum Hauptstrand, der schön sauber gehalten wird. Die Busse sind natürlich in abenteuerlichem Zustand (heute musste unser Busfahrer auf halber Strecke etwa 10 Minuten anhalten und irgendein Motor-Problem fixen), aber dafür mit 13.000 Dong (etwa 50 Cent) pro Fahrt recht günstig. Und das ist der Touristenpreis.

Sonnenuntergang an Heiligabend, an unserem menschenleeren, etwas zugemülltem Strand

Sonnenuntergang an Heiligabend, an unserem menschenleeren, etwas zugemülltem Strand

Mit den Bussen kommt man dann auch zu den Attraktionen, die dieser Ort neben Wind und Wellen noch zu bieten hat. Einer davon ist der sogenannte „Fairy Stream“, und dieses Flüsschen trägt seinen Namen zurecht: Vom Strand aus kann man den Strom betreten, der nur wenige Zentimeter tief ist, und ihm einige Kilometer folgen. Wir sind nicht ganz zum Ende gegangen, also wissen wir nicht, wie weit es ist. Jedenfalls ist der Weg absolut magisch! Ich denke, die Bilder sprechen für sich:

Der Anfang vom Fairy Stream in Strandnähe

Der Anfang vom Fairy Stream in Strandnähe

Kalkiges und Sandiges

Kalkiges und Sandiges

Ein Gewächs zwischen Stein und Wasser

Ein Gewächs zwischen Stein und Wasser

Kokosnuss im Fairy Stream

Kokosnuss im Fairy Stream

Kühe auf dem Fairy Stream... Dairy Stream?

Kühe am Fairy Stream… Dairy Stream?

Ein Kind erklimmt tapfer eine Düne

Ein Kind erklimmt tapfer eine Düne

Ausblick von der Düne über den Fairy Stream

Ausblick von der Düne über dem Fairy Stream

Nico stapft voraus

Nico stapft voraus

Roter und schwarzer Sand. Wie diese Kinderspielzeuge, in denen der Sand zwischen zwei Glasscheiben Muster bildet.

Roter und schwarzer Sand. Wie diese Kinderspielzeuge, in denen der Sand zwischen zwei Glasscheiben Muster bildet.

Kräfte der Erosion am Werk

Kräfte der Erosion am Werk

Ein Café, direkt neben dem Stream. Dem Sonnenstich vorbeugen. Leckerer heißer Tee.

Ein Café, direkt neben dem Stream. Dem Sonnenstich vorbeugen. Leckerer heißer Tee.

Mui Ne - Fairy Stream gegen das Licht

Gegen das Licht

Da hinten ist das Meer!

Da hinten ist das Meer!

Zu Heiligabend haben wir nicht viel gemacht. Wir waren in einem der bestbewertetsten Restaurants in Mui Ne. Es war okay. Unser Weihnachtsmenü bestand aus: Reissuppe, Straußensteaks mit Knoblauch und Butter (es gibt hier eine Straußenfarm), Frühlingsrollen und Knoblauchbrot. Wenigstens eine sinnvolle Verwendung für die sonst extrem sinnlosen Baguettes, die einem hier zu vielen Gerichten als Beilage gereicht werden, ohne Belag.

Und weil wir gerade da waren, ging es zum Sonnenuntergang anschließend auf die roten Dünen. Ein schönes Schauspiel mit tollen Farben und jeder Menge Touristen (ha! doch nicht so tot der Ort!).

Aufstieg zu den roten Dünen

Aufstieg zu den roten Dünen

Rote Dünen bei Sonnenuntergang

Rote Dünen bei Sonnenuntergang

Nico, lach doch mal!

Nico, lach doch mal!

Ich sag ja: Es ist windig in Mui Ne!

Ich sag ja: Es ist windig in Mui Ne!

Irgendein Bürgersteig an den roten Dünen

Irgendein Bürgersteig an den roten Dünen

So! Nun ist aber Weihnachts-Skype mit Nicos Familie angesagt, daher ist an dieser Stelle Schluss! Übrigens: Wir sind nicht mehr im Sozialismus-Gedenk-Hotel, sondern sind in den Touristenort umgezogen, wo wir den Badestrand direkt vor der Nase haben. Muss auch mal sein. 🙂