Eigentlich war unser Plan (wenn man das so nennen kann… 😉 ) ja, dass wir zum Start unseren nomadischen Daseins etwa 1 1/2 Monate in Chiang Mai verbringen. Anschließend wollten wir nach Vietnam fliegen, um dort den Jahreswechsel zu feiern. Und danach alle 1-2 Monate die Location wechseln, um einen möglichst großen Überblick über Südostasien zu bekommen und herauszufinden, wo es schön ist. Wie gesagt, eigentlich.

Wie ihr dem Titel vielleicht entnehmen könnt, kam es anders als geplant. Und das ist auch gut so!

Ein Häuschen in Chiang Mai

In Chiang Mai fühlen wir uns einfach sauwohl! Und deshalb haben wir beschlossen, erstmal ein paar Monate hier zu bleiben. Dank günstiger Flüge von AirAsia & Co. kommt man sowieso schnell und bezahlbar in die Nachbarländer, wenn einen mal das Fernweh packt.

Kein Wunder, dass es uns hier so gut gefällt...

Kein Wunder, dass es uns hier so gut gefällt…

In echt ist die Stadt natürlich nicht in Sepiatönen gehalten!

In echt ist die Stadt natürlich nicht in Sepiatönen gehalten! 😉

Dass Chiang Mai für unser Vorhaben genau die richtige ist, wussten wir ja bereits im Vorfeld. Angenehmes Klima, nicht zu groß, nicht zu klein, viele Expats, keine Wolkenkratzer, nicht zu laut, nicht zu leise, gutes Essen. Genau die richtige Mischung also für ein Farang-Pärchen zwischen 30 und 40 (wtf, echt??), das internetaffin ist und rausfinden will, wie man als Webworker denn am angenehmsten sein Leben gestalten kann.

Wir waren noch nicht lange hier, da haben wir bemerkt, dass wir immer wieder so Sachen gesagt haben wie: „Ich will hier nicht weg…“, „Nur noch ein Monat, dann müssen wir weiter…“, „Ich will die Stadt doch noch besser kennenlernen…“, usw.

Es gibt hier so viel zu entdecken. Und da wir ja mit Arbeit und so ziemlich beschäftigt sind, haben wir auch nicht so viel Zeit, um all die schönen Orte anzusehen, die es hier in der Umgebung gibt. Viel mehr als das, was im Blog steht, haben wir tatsächlich nicht unternommen. Irgendwie schien die Zeit, die wir für Chiang Mai eingeplant hatten, also zu kurz.

Naja...

Naja…

... ein ...

… ein …

... bisschen ...

… bisschen …

... was ...

… was …

... haben ...

… haben …

... wir ...

… wir …

... schon ...

… schon …

... erlebt!

… erlebt!

Außerdem haben wir angefangen, Leute kennenzulernen – im Sprachkurs, beim Mädelsabend (wo Nico auch dabeisein durfte), beim Brettspielabend, oder einfach unterwegs… Jeder Reisende kann wahrscheinlich nachvollziehen, dass man manchmal ungern weiterzieht und die netten Bekanntschaften zurücklässt.

Brettspielabend: Siedler von Catan mit 9 Leuten!

Brettspielabend: Siedler von Catan mit 9 Leuten!

Dazu kam, dass das Leben in Asien für brave Deutsche wie uns 😉 erstmal ziemlich ungewohnt sein kann. Ja, ja, alle Indien- und Südamerika-Erfahrenen werden jetzt lachen. Aber auch wenn man hier mit Englisch weit kommt und auch wenn vieles sehr westlich ist – vieles ist auch anders als zu Hause. Und sich daran zu gewöhnen ist nicht immer einfach, auch wenn es die ganze Sache hier natürlich sehr spannend macht!

Wir haben uns also überlegt, dass es sinnvoll ist, wenn wir uns erstmal hier in Chiang Mai, wo wir uns sowieso wohlfühlen, eine gewisse Routine aufbauen und uns an das deutlich wuseligere Leben hier in Asien gewöhnen. Die Entscheidung ist ist nicht schwer gefallen (ehrlich gesagt hatte ich schon seit längerem nach dauerhaften Unterkünften hier gesucht), und daher haben wir uns ernsthaft auf die Suche nach einer Bleibe begeben.

Ein kleines Häuschen im Süden von Chiang Mai sah vielversprechend aus, und der Preis war auch ausgesprochen gut. Also haben wir die Maklerin kontaktiert, das Haus noch am selben Tag angesehen und für gut befunden.

Es hat 2 Etagen, liegt am Ende einer ruhigen Seitenstraße in einem „moo baan“ (so eine Art Siedlung innerhalb der Stadt), ist möbliert (wie üblich hier) und hat sogar einen Garten (eher unüblich hier). Ein bisschen spießig vielleicht, aber hey: Wir sind ortsunabhängige Farangs in einem fremden Land, die auf der Suche nach Routine sind; ein bisschen Spießigkeit ist da gar nicht verkehrt!

Nach einer Nacht Bedenkzeit haben wir uns daher dafür entschieden, das Häuschen für die kommenden 6 Monate zu mieten. Da kann man ja nicht viel falsch machen, oder?

Auf Sightseeing-Tour mit Anchistha

Also wollten wir flugs den Vertrag unterschreiben und alles unter Dach und Fach bringen. Aber halt– wir sind ja in Thailand! Und da kommt immer was dazwischen. Zum Glück sind die Zwischenfälle meist eher freudiger Natur.

Unsere Maklerin (Anchistha) hatte sich von Anfang an rührend um uns gekümmert. Nach der Hausbesichtigung hatte sie uns in unser Hotel am anderen Ende der Stadt gefahren. Ein netter Service, und außerdem eine spannende Fahrt, auf der sie uns viel aus ihrem Leben erzählt hat. Für uns total ungewohnt, dass aus einer „geschäftlichen“ Beziehung plötzlich ein so persönliches Gespräch werden kann. Das liebe ich an Thailand!

Als wir dann den Vertrag unterschreiben wollten, kam irgendwas dazwischen (der Drucker wollte nicht, oder so), und um die Zeit zu überbrücken, bis das Problem gelöst war (und um einen Copyshop zu finden), hat Anchista kurzerhand eine kleine Sightseeing-Tour mit uns gemacht. Zum Fahrradshop, wo wir ihr Fahrrad reparieren lassen, das sie uns für die 6 Monate leiht (!). Dann zum Markt in der Nähe. Dann zu einem Tempel, der Glück bringt. Und immer wieder an diversen Straßenständen vorbei, auf der Suche nach einem Drucker. An einem der Stände verwickelten ein paar alte Damen uns in ein Gespräch, und wir mussten getrocknete schrumpelige violette Bananen essen, die ich nicht so lecker fand. Anchistha auch nicht, aber Nico schon.

Nico und unsere nette Maklerin :)

Nico und unsere nette Maklerin auf dem Glücks-Tempel 🙂

Toller Ausflug!

Toller Ausflug!

Man kann bei den Mönchen um Glück bitten. Vor einigen Jahren hat jemand darufhin ziemlich viel Geld im Lotto gewonnen. Seitdem strömen jede Menge Leute (Thais, keine Farangs) zum Tempel, um auch etwas Glück abzugreifen. Sehr spirituell.

Man kann bei den Mönchen um ihren Segen bitten. Vor einigen Jahren hat jemand daraufhin ziemlich viel Geld im Lotto gewonnen. Seitdem strömen jede Menge Leute (Thais, kaum Farangs) zum Tempel, um auch etwas Glück abzugreifen. Sehr spirituell.

Lottoscheinverkäufer. Ein Schein kostet so etwa 80 Baht. Ziehungen sind immer am 1. und am 16. eines Monats. Die Parkplatzeinweiserinnen haben auch versucht, einem Lottoscheine anzudrehen, nachdem sie einen reingewunken haben (?)

Lottoscheinverkäufer. Ein Schein kostet so etwa 80 Baht. Ziehungen sind immer am 1. und am 16. eines Monats. Die Parkplatzeinweiserinnen weiter unten haben auch versucht, einem Lottoscheine anzudrehen, nachdem sie einen reingewunken haben.

Der Tempel war ziemlich gut besucht

Der Tempel war ziemlich gut besucht

Anchistha fotografiert und, während wir die Aussicht fotografieren. Fotoception!

Anchistha fotografiert uns, während wir die Aussicht fotografieren. Fotoception!

Es gibt viel zuwenig Fotos von Nico und mir zusammen!

Es gibt viel zu wenig Fotos von Nico und mir zusammen!

Diese Treppe sind wir *nicht* hochgestiegen.

Diese Treppe sind wir *nicht* hochgestiegen.

Blick ins Innere

Blick ins Innere

Etwas Elefantiges.

Etwas Elefantiges.

Smaug der Goldene?

Smaug der Goldene?

Buddha und Elefant

Buddha und Elefant

Huhu! :)

Huhu! 🙂

Den Vertrag haben wir dann irgendwann übrigens auch unterschrieben, aber das war irgendwie nicht der Hauptbestandteil unserer gemeinsamen Interaktion an diesem Tag.

Bei der Schlüsselübergabe am kommenden Tag dann das gleiche Spiel: Erstmal gemeinsam mit unserer Maklerin zum Fahrradshop (Fahrrad natürlich nicht fertig, obwohl am Tag vorher vom Mechaniker versprochen), danach shoppen fahren (Anchistha bestand darauf, mit uns Bettdecken und Kopfkissen zu kaufen, weil der Vermieter die Vorhandenen unerwarteterweise mitgenommen hat), und dann irgendwann die Schlüsselübergabe. Auch den Internetvertrag und die wöchentliche Trinkwasserlieferung (40 Flaschen für 80 Baht) hat sie für uns organisiert. Wow! Voll nett!

Wir haben so ein schlechtes Gewissen, aber gleichzeitig freuen wir uns auch total, dass die Thais wirklich so freundlich sind, wie es immer heißt.

Als Dank können wir nicht viel zurückgeben geben, außer diese Empfehlung an alle, die in Chiang Mai ein Haus suchen: Schaut mal bei Chiang Mai Home and Land vorbei. Anchistha hilft euch sicher gern weiter. 😀

Unser Häuschen in Koolpuntville 5

So, nun noch ein paar Fotos vom Haus. Leider bisher nur von außen, weil wir es innen noch ein bisschen wohnlicher gestalten wollen (auch wenn es jetzt schon einen echt urigen Charme hat).

Chiang Mai Haus - von vorn

Chiang Mai Haus – von vorn, mit unserem Scooter

Blick auf unsere Terasse. Nico hat sich mal wieder einen schönen Arbeitsplatz ausgesucht!

Blick auf unsere Terasse. Nico hat sich mal wieder einen schönen Arbeitsplatz ausgesucht!

Unser kleiner Garten. Unser Vermieter hat da echt ein Händchen für, alle schön natürlich aussehen zu lassen.

Unser kleiner Garten. Unser Vermieter hat da echt ein Händchen für, alles schön natürlich aussehen zu lassen.

Unser Haustürschlüssel, yeah!! Das erste Mal, dass wir ein Haus mieten!

Unser Haustürschlüssel, yeah!! Das erste Mal, dass wir ein Haus mieten!

Am Ende der Straße links wohnen wir. Mit Blick auf den Doi Suthep (hier nicht sichbar).

Am Ende der Straße links wohnen wir. Mit Blick auf den Doi Suthep (hier nicht sichbar).

Wir leben jetzt zusammen mit etwa 4-5 Geckos und einer riesigen Spinne, die immer wieder aus dem Abfluss krabbelt. Nico und ich haben verzweifelt versucht, sie wegzuspülen, bewaffnet mit Duschkopf und Klo-Brause (diese Teile, die man hier benutzt, um sich den Hintern abzuspülen – wie heißen die?). Vergeblich, sie kam wieder. Heute morgen hat unser Vermieter (ziemlich tuckig, aber offensichtlich gleichzeitig ziemlich taff!) sie tapfer für uns entfernt. Wir waren ihm sehr dankbar und haben uns etwas geschämt, dass wir so feige sind.

Ach, und als heute morgen die Internet-Typen kamen und verkündeten, dass unser Haus leider zu weit weg ist vom Knotenpunkt, und dass wir deshalb kein Internet bekommen können, habe ich ziemlich Deutsch reagiert (= ich war not amused). Die angemessene Reaktion wäre wohl gewesen, „mai bpen rai“ („Das macht nichts“) zu sagen und zu lächeln.

Aber gleichzeitig zeigte mein grantiges Gesicht wohl Wirkung: Unser Vermieter, der das Ganze betreute, hat panisch rumtelefoniert, mich beruhigt („jai yen yen!“) und mir mehrmals versichert, das alles gut werden würde und tatsächlich: 2 Stunden später hatten wir dann doch Internet. Die Leitung zu legen hat zwar 650 Baht gekostet, aber ich war happy und habe wieder lächeln können. Und das ist wohl das Wichtigste hier!

Ich möchte betonen: Nach deutschem Verständnis war ich nicht besonders unhöflich, ich hab nur das Gesicht verzogen und gesagt „But we need internet, we need it for work! We really need it,“ oder sowas. Und dann mit Nico auf Deutsch gesprochen. Ich bin also nicht ausgerastet o.ä., aber offensichtlich war das schon etwas zu viel des Guten. Ohje, tut mir leid! Koo toot ka!!!

Und als krönender Abschluss dieses Monster-Posts noch ein Novum für mich: Ich bin heute das erste Mal allein mit einem motorisierten Gerät gefahren! Knapp 8km von der Old City bis zu uns, auf unserem Scooter (oder „moo dtəə sai“, wie es hier heißt). Und es war noch nichtmal allzu schlimm! Nico fährt das Teil übrigens total lässig, als hätte er noch nie was anderes gemacht. Ein Naturtalent!