Bei meinem Besuch in Chiang Mai im August mit Dennis und Olli haben wir uns nicht nur in der Stadt aufgehalten – wir haben uns auch einen Tagesausflug zum Doi Inthanon, dem höchsten Berg Thailands, gegönnt. Der Berg ist 2.565m hoch und liegt etwa 50km südwestlich der Stadt. Der Berg ist nach Intha Witchayanon, einen ehemaligen Regenten von Chiang Mai, benannt.

Wie auch bei unserem Ziplining-Ausflug wurden wir früh morgens vom Tourveranstalter im Minivan gemeinsam mit den anderen Teilnehmern eingesammelt und anschließend zu den verschiedenen Stationen auf dem Berg gefahren. Dazu zählten:

  • Wachirathan-Wasserfall
  • Waldlehrpfad mit etwa zweistündiger Dschungelwanderung
  • Kaffeetrinken in einem Bergdorf
  • Mittagessen in einem Straßenrestaurant
  • Höchster Punkt Thailands mit Schrein von Intha Witchayanon
  • Zwei Chedis zu Ehren von König und Königin
  • Ein Touristen-Markt mit Bergvolk-Souvenirs

Als Tourführerin hatten wir eine kleine, gut gelaunte Thai namens Boom, die uns durch den Tag geleitet hat. Hat Spaß gemacht, ihr zuzuhören, wie sie ihre Geschichten erzählt hat – und man hatte den Eindruck, dass sie ihren Job echt gern macht.

Nach etwa zwei Stunden Fahrt von Chiang Mai aus (u.a. an Nicos und meiner alten Nachbarschaft vorbei) hielten wir auf halbem Weg den Berg hoch am Wachirathan-Wasselfall. Dieser ist etwa 80m hoch und gliedert sich in mehrere Terrassen. Ein Schild warnt davor, nicht schwimmen zu gehen, haha!

Hier war es schon merklich kühler als unten in Chiang Mai, wo wir sicherlich gute 30° Celsius hatten. Hier oben auf dem Berg waren es eher 20°. Für die anstehende Wanderung natürlich sehr angenehm.

Wachirathan Wasserfall, benannt nach dem aktuellen König Maha Vajiralongkorn

Wachirathan-Wasserfall, laut unserer Führerin Boom benannt nach dem aktuellen König Maha Vajiralongkorn

Als nächstes ging es mit dem Bus noch etwas weiter den Berg hoch. Am Eingang zu unserer zweistündigen Dschungelwanderung schloss sich uns eine weitere Führerin an, die zu einem der Bergvölker (Karen) gehörte. Der Waldpfad durfte nur mit einer Bergvolk-Führerin betreten werden.

Sie hielt für uns die Augen nach interessanten Pflanzen und Tieren auf und zeigte sie uns: Raupen, Lianen (zum Tarzan spielen), giftige sowie heilende Bäume bzw. deren Säfte (erstere werden für’s Fischen genutzt, um die Fische benommen zu machen; letztere werden zur Desinfektion eingesetzt, ähnlich wie Betaisodona), schnell wachsende Riesen-Bambus-Sprossen, eine giftgrüne Schlange, Zimtrinde frisch vom Baum, usw.

Der Großteil unseres Wegs schlängelte sich neben einem Bergfluss entlang, sodass wir immer wieder kleinere Wasserfälle bewundern konnten. Es gab auch eine Bademöglichkeit, aber wir hatten keine Badesachen mit, da ich vorher gelesen hatte, dass man im Wasserfall nicht baden darf – aber das galt halt nur für den Wachirathan-Wasserfall.

Unsere Tourführerin Boom und unsere Karen-Führerin für den Dschungeltrek

Unsere Tourführerin Boom (mit Smartphone) und unsere Karen-Führerin für den Dschungeltrek

So sieht der nordthailändische Wald aus

So sieht der nordthailändische Wald aus

Auf dem "Waldlehrpfad": Raupen am Baum

Auf dem „Waldlehrpfad“: Raupen am Baum

Abenteuerliche Bambus-Brücke über den Fluss

Dennis und ich bei der Überquerung der abenteuerlichen Bambus-Brücke über den Fluss

Olli bewundert einen der Wasserfälle am Wegesrand

Olli bewundert einen der Wasserfälle am Wegesrand

Die meisten Fotos in diesem Blogpost stammen übrigens von Olli!

Die meisten Fotos in diesem Blogpost stammen übrigens von Olli! (Aber dieses hier offensichtlich nicht)

Touristen-Foto von Nina

Posing vor dem Wasserfall

Den letzten Teil des Weges ging es durch etwas offeneres Gelände mit schöner Aussicht auf die Reisfelder und Kaffeeplantagen. Hier verdichteten sich Dennis‘ Pläne, tatsächlich eine Mountainbike-Tour zu machen und somit sein zweites Haupthobby neben Brettspielen im Thailand-Urlaub abzudecken.

Nach der Wanderung konnten wir uns im Bergdorf unserer Karen-Führerin mit frisch gemahlenem Kaffee stärken und – natürlich – auch das ein oder andere Paket kaufen. Naja, was soll’s, ist ja ein nettes Souvenir (und Nico hat sich drüber gefreut).

Am Ende der Wanderung: Blick über die Reisplantagen der Bergvölker

Am Ende der Wanderung: Blick über die Reisplantagen der Bergvölker

Kaffee im Bergdorf

Kaffee im Bergdorf

Anschließend fuhren wir mit dem Minivan in ein Straßenrestaurant und wurden dort kulinarisch verköstigt: Tom Kha (Zitronengras-Kokos-Suppe), scharf angebratener Morning Glory, Hühnchen und Reis. Das Essen war schon sehr auf den europäischen Gaumen abgestimmt, will heißen: ziemlich fad. Boom hat jedem von uns einen Löffel von ihrer Suppe probieren lassen – extrem scharf, aber ehrlich gesagt leckerer als das, was wir hatten. Die Suppe haben sie uns aber wohl nicht zugetraut. 😉

Danach folgte mein persönliches Highlight des Trips: Ein kurzer Abstecher zum höchsten Punkt von Thailand. Hier gab es ein entsprechendes Info-Schild, einen kleinen Rundweg zwischen den Bäumen, und einen Schrein für den Namensgeber Intha Wichayanon, dessen Asche hier auf seinen Wunsch hin beigesetzt wurde.

Er war übrigens nicht nur Herrscher von Chiang Mai und des Lanna-Reichs von 1870 bis 1897, sondern auch der Vater von Dara Rasmi, einer der äußerst zahlreichen Ehefrauen von König Rama V (Chulalongkorn). Dieser wiederum ist einer der beliebtesten Könige, die Thailand/Siam jemals hatte. Neben Rama IX ist Rama V der König, den man hier am häufigsten auf Portraits in Cafés, Restaurants und öffentlichen Gebäuden sieht. Wie es in Thai-Wohnzimmern aussieht, weiß ich natürlich nicht. 😉 Wikipedia sagt über Rama V: „Während seiner 42-jährigen Regierungszeit öffnete sich Siam weiter dem Westen, modernisierte sein Militär, Verwaltungssystem, Bildungs- und Rechtswesen, baute die Infrastruktur aus und schaffte die Leibeigenschaft ab.“

Zurück zu Thailands höchstem Punkt: Es war nebelig, es war kalt (14° Celsius), und es war wunderschön!

Der höchste Punkt von Thailand

Der höchste Punkt von Thailand

Schrein von Intha Wichayanon

Schrein von Intha Wichayanon

Nebel und 14° Celsius – übliche Witterungsverhältnisse auf dem Doi Inthanon!

Nebel und 14° Celsius – übliche Witterungsverhältnisse auf dem Doi Inthanon!

Hier wäre ich gern länger geblieben.

Hier wäre ich gern länger geblieben.

Gruppenfoto mit unseren Mitreisenden

Gruppenfoto mit unseren Mitreisenden

Hier oben hat Boom uns auch eine gruselige Geschichte erzählt, die einer Bekannten von ihr passiert sein soll: Eine ältere, verstorbene Bergvolk-Frau soll drei Tage nach ihrem Tod als Geist wieder erschienen sein und nun hier in der Gegend rumspuken. Die meisten Thais sind ziemlich abergläubisch, deshalb hat es mich nicht so sehr überrascht, dass sie diese Geschichte als Teil ihrer „Tour-Facts“ präsentiert hat. Ich habe sie dann ein bisschen zum Thema Geister ausgefragt. Sie wurde daraufhin noch gesprächiger als ohnehin schon, haha!

Nach dem höchsten Punkt Thailands ging es dann zu den Memorial-Chedis, die anlässlich der jeweils 60. Geburtstage von König Rama IX (Bhumibol Adulyadej) und Königin Sirikit errichtet wurden. Da es so nebelig war, konnte man nicht wirklich viel erkennen – andererseits war die Atmosphäre dadurch ganz speziell. Rund um die Chedis zieht sich ein Park, der bei gutem Wetter vermutlich eine gute Aussicht auf die weiter unten liegenden Täler bietet. Vermutlich.

Die Chedis verschwinden im Nebel. Erinnerte mich an die Hauptgebäude bei Black&White...

Die Chedis verschwinden im Nebel. Erinnerte mich an die Hauptgebäude bei Black&White…

Nebel im Park

Nebel im Park. Ich hätte gern mehr gesehen.

Heute wohl keine gute Aussicht ;)

Heute wohl keine gute Aussicht… 😉

Als letzte Station wurden wir noch über einen Touristenmarkt der Bergvölker gescheucht. Da wir nach dem gelungenen Tag wirklich gut drauf waren, haben wir die Gelegenheit genutzt, uns mit kostenlosen Fruchtwein-Pröbchen in Kauflaune versetzen zu lassen und einen Erdbeer- und einen Sticky-Rice-Wein erstanden. Lohnenswert! 😀

Ach ja: Tourveranstalter war Namcha Travel. Kann ich empfehlen.