In den vergangenen Tagen gingen verstärkt Beschwerden bei uns ein, dass wir doch mal wieder ein Update posten sollen. Ein Blick auf den letzten Blogbeitrag verrät mir: Ihr habt recht! Wir haben unsere Informationspflichten euch gegenüber in den vergangenen Wochen straflich vernachlässigt. Das korrigiere ich hiermit dann mal und bitte um Verzeihung!

Eigentlich gibt es bei uns aber gar nicht so viel Neues zu erzählen: Wir wohnen nach wie vor in unserem netten kleinen Häuschen in Koolpuntville 5, etwa 8 km südlich von der Altstadt von Chiang Mai und füllen unsere Tage mit Arbeit, essen, schlafen und ausgehen. So wie ihr wahrscheinlich auch. 😉 Unser Vermieter hätte es wohl gern, dass wir noch länger hier wohnen bleiben. Zurzeit haben wir das Haus bis Ende Mai gemietet. Mal sehen, was wir danach machen.

Ja, wir gießen unsere Pflanzen!

Ja, wir gießen unsere Pflanzen!

Taube im Garten

Eine Taube bei uns im Garten

Apropos Taube: Diese blöden Mistviecher haben sich genau unter unserem Schlafzimmerfenster ein Nest gebaut und brüten dort ihren Nachwuchs aus. Und das bedeutet: Lärm! Zwitschern und Gurren und Flügelschlagen, besonders morgens, wenn ich ausschlafen will! Ich hätte gut Lust, dieses böde Vogelbaby einfach aus seinem Nest zu schmeißen! Mach ich natürlich nicht. Das Problem ist nur, dass dort nicht nur das halbwüchsige Küken direkt unter unserer Festerbank sitzt, sondern dass die Eltern auch noch an einem weiteren Ei rumbrüten. Mistviecher! Wo sind die Katzen, wenn man sie mal braucht?

Naja, auch ohne Tauben könnte ich nicht komplett ausschlafen: Montags bis Donnerstags habe ich morgens Schule, um weiter Thai zu lernen. Dafür hatte ich neulich ein Education Visum beantragt, mit dem ich 6 Monate lang im Land bleiben kann. Dazu musste ich vor 2 Wochen für ein paar Tage nach Laos (Blogpost dazu folgt). Das war ein netter kleiner Wochenendtrip! Nico fängt mit seinem Thai-Kurs im Februar an, aber wir wissen noch nicht, um welche Uhrzeit der stattfinden wird. Er ist gerade in Malaysia, um sein Visum dort zu holen. Ich bin schwer neidisch! 😉

Manchmal fährt Nico mich morgens zur Schule, und dann arbeiten wir anschließend in der Stadt in einem CoWorking-Space. Manchmal fahre ich aber auch alleine (mittlerweile sogar fast furchtlos) und komme nach der Schule nach Hause zurück, um von dort aus zu arbeiten. Es ist schön, so flexibel sein zu können.

Da die Luft jetzt immer schlechter wird, haben wir uns vor ein paar Tagen jeder einen Mundschutz gekauft. Ich bin noch unschlüssig, ob das total cool oder total dämlich aussieht. Auf jeden Fall fühlt es sich bei den ganzen Abgasen echt besser an! Im April wird’s dann wohl richtig fies mit der Luft, wenn die Burning Season voll im Gange ist (= Bauern brennen ihre Felder ab). Notfalls machen wir dann zwei Wochen Urlaub im Süden.

Eine Tankstelle im Süden von Chiang Mai, direkt am Ping

Eine Tankstelle im Süden von Chiang Mai, direkt am Ping

Nico und ich waren letzten Dienstag zusammen mit einem meiner Mitschüler (Niels) in einer Jazzbar am North Gate – also dort, wo in früheren Zeiten das Nordtor der Stadtmauer war. In dieser Bar haben sie einmal wöchentlich ein „Open Microphone“-Event: Jeder, der Lust hat, kann mit der Band, die dort spielt, zusammen jammen. Es muss auch nicht unbedingt Jazz sein.

Der Abend und die Location scheinen jedenfalls eine ziemliche Institution hier in der Stadt zu sein. Von allen Seiten hatte ich die Empfehlung bekommen, da mal hinzugehen. Als wir da waren, kam es, wie es kommen musste: Nico hat sich prompt auf die Liste für’s Open Mic gesetzt und dann ganz locker vor einem gerammelt vollen Laden seine Gitarrenkünste zum Besten gegeben. Niels hat den Auftritt auf Video aufgenommen. Die Stimmung war bombastisch! (Nicht nur wegen Nico, aber auch!)

Nico jammt mit der Band in der Jazzbar am North Gate

Nico jammt mit der Band in der Jazzbar am North Gate

Andächtiges Publikum

Andächtiges Publikum

Wie gesagt, es gab nicht nur Jazz: Der Moderator des Abends hat zum Beispiel gebeatboxt, um das Publikum in Schwung zu bringen. Niels und Nico haben sich später mit ihm unterhalten und rausgefunden, dass er Freitags noch ein weiteres Open Mic moderiert, in einem Hippie-Café namens Tea Tree. Dort waren Niels und ich dann gestern (Nico leider nicht, weil er wie gesagt zurzeit wegen Visumsangelegenheiten in Malaysia ist).

Hier war die Stimmung ebenfalls super, aber ganz anders als in der Jazzbar. Jede Menge Hippies, Künstler und Reisende, die in gemütlicher Atmosphäre bei natürlich vegetarischem Essen beisammensitzen. Und jeder, der etwas vorzutragen hat, kann sich am Mikrofon austoben: Akustikgitarre und Gesang, Gedichte, Massagetipps, Spirituelle Erkenntnisse, Ukulelenstücke, gemeinsames Liedersingen. Es war schräg, aber lohnenswert.

Open Mic im Tea Tree Hippie-Café

Open Mic im Tea Tree Hippie-Café

Gruppenkuscheln zum Abschied

Gruppenkuscheln zum Abschied

An solchen Abenden ist es schon schade, dass wir so weit außerhalb wohnen: Die roten/gelben Busse fahren abends nicht mehr, und ein Taxi geht ganz schön ins Geld. Also muss einer immer nüchtern bleiben. Neulich haben wir uns aber stattdessen einfach ein Zimmer in einem Hostel in der Stadt gemietet. Und morgens dann schön im Touristenviertel in der Altstadt gefrühstückt. Das war wie Urlaub! 😉

Und noch ein Tempel in der Altstadt

Und noch ein Tempel in der Altstadt

Ab und zu machen Nico und ich auch Ausflüge in die Umgebung – zum Beispiel neulich nach Baan Tawai. Das ist ein Dörfchen ein paar Kilometer südlich von hier, das als „Ikea Nord-Thailands“ bekannt ist. Dort gibt es nämlich jede Menge (Kunst-)Handwerker, die Möbel und Deko-Gegenstände herstellen und dort auch direkt verkaufen. Wenn man sich einrichten will, ist man dort gut aufgehoben.

Wahrscheinlich kaufen die Scouts von Fischers Lagerhaus auch dort ein. Wir konnten uns aber zurückhalten und haben keine Möbel gekauft (auch wenn man die wohl direkt nach Europa verschiffen lassen kann). Stattdessen gab’s für Nico nur ein schickes asiatisch geschnittenes Hemd. Habe aber leider kein Foto davon.

Lampions in Baan Tawai

Lampions in Baan Tawai

Letzte Woche haben wir auch einen Ausflug zu einem See in der Nähe gemacht. Leider haben sie kurz vorher die Eintrittspreise für Farang erhöht, sodass wir jeweils 50 Baht zahlen mussten. In den Expat-Gruppen bei Facebook wird deswegen gewaltig gemeckert, weil Thais nämlich keinen Eintritt zahlen müssen. Egal, war trotzdem schön!

Am Huay Tung Tao Lake

Am Huay Tung Tao Lake

In den kommenden Tagen gibt’s noch ein paar spezifischere Posts: Zu meinem Aufenthalt in Laos und Nong Khai, und zum Thema Hotpot essen in Vietnam und Thailand. Stay tuned! 😉