Ungeheuerliches trug sich zu…

Die Anspannung im Raum war unerträglich und anscheinend mit allen Sinnen zu spüren! Bitte? Oh, Entschuldigung, ich war gerade woanders. Aber wo sollte ich sein? Ach ja. Der erste Abend!

Der erste Abend

Nun ja, was soll ich sagen? Nachdem ich mich zu ihr gesetzt hatte, kamen wir in ein tiefes, ernstes und tolles Gespräch, in dem Sie mir aus Ihrem Leben erzählte. All ihre Flirtattitüden und ihre Sexyness waren dabei einer intensiven Ernsthaftigkeit gewichen. Sie erzählte, dass sie sieben Jahre mit ihrem französischen Boyfriend zusammen gelebt hatte. Dass er mittlerweile über sechzig Jahre alt ist und sich vor ein paar Jahren aus dem Staub gemacht hat. Dass sie sich durchaus darüber bewusst ist, dass die ‚Farangs‘, welche darauf erpicht sind eine Thailändische Frau ‚abzugreifen‘, es auf ihre Gehorsam- und Gefügigkeit abgesehen haben. Dass die zugehörigen  Thai-Mädels im Gegenzug westlichen Wohlstand genießen wollen. Wie man sieht, sind alle Klischees über solcherlei völlig unsympathischen Symbiosen wahr.

Ich versuche ja immer, nachsichtig mit möglichst allen Leuten zu sein. Was vermutlich Quatsch ist. Als ich mich vor ein paar Tagen mit einer Belgierin über eben dieses Thema unterhalten hatte, war ihre Reaktion durch eine sehr klare Einstellung gekennzeichnet, dass die alten Europäer schwach und widerlich seien. Tja. Das denke ich nun in der Regel auch. Aber nun gut, es handelt sich bei solcherlei Beziehungen schlicht um einen Vertrag, Liebe gegen Geld. So ist das.

Aber zurück zu unserem Gespräch. Sie erzählte witerhin, dass sie viel Geld brauche, um ihren Sohn (und ebenfalls der leibliche Sohn des eben genannten Franzosen) durch zubringen. Ich fragte sie, ob sie beruflich nicht etwas anderes machen könne. Sie antwortete, dass sie eigentlich gerne in einem Restaurant arbeiten würde (wie das hier sehr viele Thai-Mädels tun). Und ja, dass sie das auch gut könne. Dass aber die Prostitution ihr und ihrem Sohn sehr viel mehr Geld einbringe. Nachdem ich gefragt hatte, ob ihr die Arbeit manchmal auch Spaß mache, sagte sie, ja, es mache manchmal wirklich Spaß, je nach Kunde. Wir unterhielten uns noch eine weile weiter, z.B. über Dinge, die in einer Beziehung zwischen Mann und Frau zu beachten und wichtig sind. Es handelt sich übrigens sowohl in Thailand als auch in Deutschland um die gleichen Beziehungsgesetzte, sehr biologisch!

Schlussfolgerung für Tag eins

Was soll ich sagen, Die Quintessenz bisher ist einfach, dass ich mich super mit einer Thailändischen Prostituierten unterhalten habe. Dass sie sehr sich völlig bewusst über ihre Lage war und dabei ernst und ein wenig verbittert war,.Das hat mich doch ziemlich beeindruckt! Und dass sie offensichtlich gemerkt hat, dass wir eher menschlich als beruflich etwas miteinander anzufangen wussten. Wie schon erwähnt, ich habe da ziemlich große Friendzone Skills ;).

Sorry, Leute, bisher gab es nichts Explizites zu berichten ^^. Es handelt sich bei meinem Erlebnis an diesem Abend einfach um eine super zwischenmenschliche Erfahrung. Und, hey, welcher Westler (in meiner Altersklasse, grob gesagt) hat sich schon 3 Stunden lang super nett mit einer thailändischen Prostituierten unterhalten, wie?

Aber: Es gab da ja noch Tag zwei und drei. Ich beginne mit dem dritten Tag!

Der dritte Tag

Ich wachte morgens recht früh auf und machte mich bald auf ins Eagle-House, bevor jemand im Hostel erwacht war, Das Eagle House ist ein wirklich friedliches und ruhiges Hostel, Nina und habe dort im Februar ein paar Nächte verbracht. Ich hatte beschlossen, die 200 Bhat für die dritte Nacht einfach sausen zu lassen.

Denn der zweite Abend war einfach zu viel!

Wie versprochen, hier war das Finale.

Abend zwei folgt dann morgen :). Nee, sorry, ist ja nun nicht mehr witzig. Ich bringe das mal eben zu Ende, obwohl ich wieder äußerst müde bin.

Der zweite Abend

Am zweiten Abend war ich zunächst wieder allein im Garten. Und hoffte auf Ruhe. Kaum gedacht, kam meine Freundin nach Hause, diesmal hatte sie ihre Arbeit mitgebracht. Ein riesen Brecher von Osteuropäer, ca. Mitte dreißig, Baseballcapie, mega viele Tatoos, kurze Shorts und Muscleshirt (die Thais liiiieeeeeben solches Outfit bei western people, so sind sie noch einfacher aus noch weiterer Entfernung zu erkennen). Also genau mein Typ. Ich sagte nur schnell, dass ich die beiden bei der Arbeit nicht stören wolle, verkrümelte mich in mein Zimmer und versuchte nicht zu atmen. Die Wände waren ultra dünn (meine Freundin wohnte ja neben mir, das hatte ich glaube ich erwähnt). Die beiden waren einige Minuten offenbar ziemlich produktiv, als meine Freundin zum meinem neuen Freund sagte: „You go!“. Ca. 30 Sekunden später klopfte es an meiner Tür. Es war meine Freundin die mich darum bat, ihren Kunden aus dem Hostel zu geleieten. Er sei ein riesen Arschloch. Und, Diane kennt mich da einfach sehr gut, ich bin ein sehr guter Freund! Selbst wen mir etwas gar nicht behagt, tue ich es. Weil ich so nett zu den Leuten bin, die mir etwas bedeuten. So ließ ich diesen riesen Penner raus. Er sagte noch mit Ost-Akzent „She doesn’t know what she wants!“. Ich murmelte „This is not of my concern, bye!“.

Das Problem war einfach, dass die jetzige Situation keinerlei Ruhe mehr aufkommen ließ. Ich bin nicht bereit, den Zuhälter zu spielen, dafür bin ich nicht ausgebildet. Mit spielen hatte das ja eigentlich auch nichts mehr zu tun. Wenn da mal jemand aggressiv wird… Also, keine Ruhe hier, ab ins Eagle House! Ohne Abschied. Obwohl mit das wegen der Prostituierten ein wenig Leid tat. Ich schämte mich ein wenig.

~ Ende ~