Seit knapp über 24 Stunden sind wir nun auf der zweiten Station unseres ortunabhängigen Lebens angekommen. Nach 8 Monate Thailand wurde es Zeit, wieder ein bisschen europäischen Boden unter den Füßen zu spüren: Also ab auf den Kanaren!

Politisch gehören die Inseln zu Spanien und somit zur EU, aber geografisch liegen sie in Afrika – und biogeografisch werden sie Makaronesien zugerechnet, wie mir Wikipedia verrät! Ja, das gibt’s wirklich und kommt von Griechisch makários „gesegnet, glücklich“ und nḗsos „Insel“. Das klingt doch vielversprechend.

Ryanair bescherte und einen weitgehend unspektakulären, wenn auch verspäteten Flug. Als Entschädigung durften die Kinder an Bord mal einen Fuß ins Cockpit setzen – natürlich vor dem Start. Ich war schwer neidisch, das hätte ich mir auch gern mal angesehen. Aber ich bin ja erwachsen. 🙁

Mit Ryanair kommt man günstig auf die Kanaren – es gibt also keinen Grund, uns nicht mal zu besuchen!!

Mit Ryanair kommt man günstig auf die Kanaren – es gibt also keinen Grund, uns nicht mal zu besuchen!!

Auf dem Flug habe ich dann „Das große Los“ von Meike Winnemuth zuende gelesen, das Mama mir gegeben hatte. Die Dame hatte vor einigen Jahren bei Günther Jauch eine halbe Million gewonnen und sich von einem Teil des Geldes ein Sabbatjahr gegönnt, in dem sie jeweils einen Monat in einer anderen Stadt irgendwo auf der Welt gelebt hat. Das Buch zur Reise war dementsprechend eine passende Lektüre für unseren neuen „Lebensabschnitt“. Nur, dass bei uns die Abstände zwischen den Umzügen etwas größer sind. Und dass wir keine halbe Million auf der hohen Kante haben.

Den Rest des Flugs habe ich wie üblich verschlafen und mir damit wohl endgültig das Recht auf den Fensterplatz zunichte gemacht. In Zukunft darf Nico dann rausgucken. Oder einschlafen, sobald die Motoren starten. Kurz vorm Landeanflug bin ich wieder aufgewacht, mit Blick auf Wolken, Meer und eine gelbliche Dunstschicht. Saharasand, der ab und an auf die Kanaren geweht wird und dort für trübe Luft und jede Menge Sand in der Wohnung sorgt. Das Phänomen hat auch einen Namen: Calima. Klingt doch schön.

Dann die etwas holprige Landung auf dem Runway direkt neben dem strahlend blauen Meer. Die Meute im Flugzeug klatschte Beifall, wohl heilfroh, nicht im Wasser gelandet zu sein. Nico und ich haben noch nicht rausgefunden, wann geklatscht wird und wann nicht – bisher war es nur bei zwei unserer Flüge der Fall; bei unserem ersten gemeinsamen Flug nach Prag und jetzt hier. Gibt es da geheime Absprachen? Oder reagieren die Passagiere blitzschnell, wenn Sie das erste Klatschgeräusch hören? So wie eine Lawine auch durch eine einzige Schneeflocke ausgelöst werden kann? Man weiß es nicht.

Die Abfertigung am Gepäckband ging leider nicht so fix wie erhofft, weil das falsche Band angezeigt wurde. Also ewig warten und in der überfüllten Luggage-Claim-Halle rumlaufen, bis Nico irgendwann zufüllig unser Gepäck auf einem anderen Band entdeckte. Seine Gitarre fanden wir auch am anderen Ende der Halle als sie angekündigt war. Dann ging’s mit dem Bus vom Airport zum Busbahnhof San Telmo in Las Palmas.

Lecker frisches Obst und Gemüse!

Lecker frisches Obst und Gemüse!

Dann noch ein paar Meter gehen, und endlich waren wir in unserem Zuhause auf Zeit angekommen: Wir hatten uns tags zuvor bei AirBNB in eine WG eingemietet. Unsere deutsche Vermieterin Svenja kommt ursprünglich aus Hamburg, lebt aber schon seit 6 oder 7 Jahren hier. Seit kurzem wohnt sie mit einer Freundin hier im 14. Stock und vermietet das freie Zimmer. Praktisch!

Aussicht aus unserem Zimmer auf den Süden von Las Palmas

Aussicht aus unserem Zimmer auf den Süden von Las Palmas

In der Waschküche gibt's kein Fenster, sondern nur diese mit Luftlöchern versehene Wand. Der Wind pfeift!

In der Waschküche gibt’s kein Fenster, sondern nur diese mit Luftlöchern versehene Wand. Der Wind pfeift!

Im Treppenhaus. Mann, sind wir dankbar für den Fahrstuhl!

Im Treppenhaus. Mann, sind wir dankbar für den Fahrstuhl!

Höhenangst beim Treppensteigen?

Höhenangst beim Treppensteigen?

Spanische Wohnungen werden fast immer möbliert vermietet. Das passt uns natürlich sehr gut!

Spanische Wohnungen werden fast immer möbliert vermietet. Das passt uns natürlich sehr gut!

Nachdem wir endlich das richtige Haus entdeckt (und uns bei diversen sehr freundlichen Damen durchgefragt hatten), unsere Sachen verstaut und kurz ausgeruht hatten, ging es mit Svenja zusammen zum Abendessen bei 100 Montaditos – einer Fastfoodkette, bei der es winzige Sandwiches in Hundert Variationen zum günstigen Preis gibt. Auf dem Weg dorthin sind wir die östliche Promenade mit Wahnsinnsblick auf den Hafen entlanggeschlendert.

Blick auf den Hafen. Ich bin begeistert!

Blick auf den Hafen. Ich bin begeistert!

Die Fähre von Teneriffa läuft ein

Die Fähre von Teneriffa läuft ein

Nachdem wir die Montaditos mit Rotwein-Sprite-Schorle runtergespült hatten, ging es anschließend den 3,2km langen Playa de Las Canteras auf der Westseite des Isthmus von Guanarteme entlang. Ein wunderschöner Stadtstrand mit Tausend Gesichtern: weißer Sand und schwarzer Sand, ruhiges Wasser und Surfer-Wellen, breite Stellen und schmale Stellen. Für den August haben wir eine kleine Wohnung gefunden, die direkt am dort Strand liegt. Wir freuen uns drauf, nachdem wir in Chiang Mai ja einige Hundert Kilometer vom nächsten Meer entfernt waren.

Den heutigen Tag haben wir damit gestartet, besagte Wohnung zu besichtigen und zu reservieren, ein paar Stunden zu arbeiten und im HiperDino (ein Supermarkt ähnlich wie Aldi, mit einem zahmen Cartoon-Dino als Maskottchen) ein paar Lebensmittel zu organisieren. Wichtigste Errungenschaft: Dulce de Leche, die spanische Karamellcreme aus Kondensmilch. Mjam.

Anschließend galt es, den Süden der Stadt zu erkunden. Den Norden hatten wir ja gestern schon erledigt. Und mit knapp 380.000 Einwohnern ist Las Palmas insgesamt recht überschaubar. Also ging’s nach Triana und in die Vegueta („Kamehameha!“ 😉 ), die urige Altstadt von Las Palmas. In Triana haben wir wieder ausgesprochen leckere Sandwiches (Bocadillos) verspeist.

Lecker Bocadillos!

Lecker Bocadillos!

Kabelwirrwarr für Nico

Kabelwirrwarr für Nico

Ein Platz in Triana

Ein Platz in Triana

Überall schöne Holztüren in der Altstadt!

Überall schöne Holztüren in der Altstadt!

Mehr schöne Holztüren...

Mehr schöne Holztüren…

Hallo Nico :)

Hallo Nico 🙂

Anschließend haben wir uns in der Vegueta zu einer ausgedehnten Fotosession hinreißen lassen. Die Kulisse ist aber auch zu schön und bietet eine Menge Details. Unsere Kamera hatten wir in den vergangenen Monaten ja sträflich vernachlässigt, aber wir geloben Besserung.

Ein lauschiges Plätzchen

Ein lauschiges Plätzchen

Imposantes Gewächs in der Vegueta

Imposantes Gewächs in der Vegueta

Ein ehemaliges Fenster

Ein ehemaliges Fenster

Irgendein Holzgitter

Irgendein Holzgitter

Straßenpflaster in der Vegueta

Straßenpflaster in der Vegueta

Eine nette Dame weist uns auf weitere Fotomotive hin

Eine nette Dame weist uns auf weitere Fotomotive hin

Uriges Sträßchen

Uriges Sträßchen

Ich kann das Meer sehen!

Ich kann das Meer sehen! Ganz da hinten!

Mehr enge Gässchen in der Altstadt

Mehr enge Gässchen in der Altstadt

Schicker Balkon!

Schicker Balkon!

Türdetails in der Vegueta

Türdetails in der Vegueta

Gut verschlossen

Gut verschlossen

Teil der Kathedrale Santa Ana, der ersten Kirche auf den Kanaren

Teil der Kathedrale Santa Ana, der ersten Kirche auf den Kanaren

Blumenkübel

Blumenkübel

Nico wählt die schönsten Motive :-P

Nico wählt die schönsten Motive 😛

Was ist denn daran bitte so lustig?!

Was ist denn daran bitte so lustig?!

Nachdem wir die Vegueta ausreichend digitalisiert hatten, ging’s wieder einmal zur Uferpromenade und mit Blick auf den Hafen zurück nach Hause. Ich bin begeistert!

Von der Hafenpromenade Richtung Vegueta

Von der Hafenpromenade Richtung Vegueta

Blick nach Süden. Dort ist sogar blauer Himmel und Sonnenschein!

Blick nach Süden. Dort ist sogar blauer Himmel und Sonnenschein!

Blick nach Norden. Dort geht's u.a. zum 100 Montaditos und zum Playa de Las Canteras

Blick nach Norden. Dort geht’s u.a. zum 100 Montaditos und zum Playa de Las Canteras

Ich hoffe, dieser etwas ausführlichere Eintrag sagt euch zu. Wir sind neu in der Stadt, und da ist alles eben noch spannend. Und wenn’s nur Busfahren ist (zum Glück gibt’s nur eine Preisstufe). Ach ja: Es hat hier angenehme 22-26 Grad, ist bewölkt und etwas windig. Fühlt sich fast so an wie an der Nordsee. 50km weiter südlich ist purer Sonnenschein und an die 40 Grad. Die armen Touristen! 😉

Und hier noch ein paar Restfotos, die es inhaltlich nicht in den Beitrag geschafft haben:

Halbblinde Straßenkatze an der Hafenpromenade

Halbblinde Straßenkatze an der Hafenpromenade. Eine Schönheit!

Nico blödelt rum...

Nico blödelt rum…

Nina auch...

Nina blödelt auch…

Ein imposantes Blatt in wilden Farben

Ein imposantes Blatt in wilden Farben

Ein Poller in der Vegueta

Ein Poller in der Vegueta

Gullideckel

Gullideckel

Gullideckel

Gullideckel

Gullideckel

Gullideckel