… and so it begins 3 – Endlich unterwegs

Und dann ging’s endlich los: Nach einem gemeinsamen Abendessen am Samstag mit Nicos und meinen Eltern (Kürbis und Kartoffeln aus dem Schrebergarten Kleingarten meiner Mama, mit Papas Mojo verde und Mojo rosso) noch eine letzte Nacht in D, und dann am Sonntag früh um 8:35 im ICE nach Amsterdam. Von dort mit Qatar Airways über Doha nach Bangkok.

Obwohl wir ja mittlerweile schon fast „Vielflieger“ sind (wir haben in den vergangenen 2 Jahren in 11 verschiedenen Flugzeugen gesessen), waren wir dann doch zu Beginn recht angespannt.

Kurz vorm Boarding in Amsterdam

Kurz vorm Boarding in Amsterdam. Verdammt, ich wusste gar nicht, dass ich so schiele!

Aber dann war das Bordprogramm wie immer gut, die Stewardessen hübsch freundlich und das Essen lecker. Ich stehe ja auf diese portionierten Mahlzeiten. Sorry. Zwischendurch Pixars „Alles steht Kopf“ gesehen und gelacht und geweint. Ich stehe ja auf diesen Kitsch. Sorry. Dann Carole Kings Album „Tapestry“ in der Audiosektion (wieder-)entdeckt und es rauf- und runtergehört. Ich stehe ja auf… Egal, dafür entschuldige ich mich jetzt aber nicht. Sorry.

Unser Flieger von Amsterdam nach Doha

Unser Flieger von Amsterdam nach Doha

Coole Werbung in der Passagierbrücke

Coole Werbung in der Passagierbrücke

Dann sing wir am Montag gegen Mittag total gerädert in Bangkok angekommen und nach einer Raucherpause Verschnaufpause mit dem Zug rein in die City.

Wir hatten während des Flugs überlegt, wohin wir eigentlich wollen. Eine der Inseln im Süden wie Koh Chang, oder doch ein Ort in der Nähe von Hua Hin, oder ganz woanders? Im Endeffekt waren wir so kaputt, dass wir einfach nur schnell Ruhe haben wollten. Also rein nach Bangkok, in Phaya Thai ausgestiegen und das nächstbeste Hostel gesucht. (Jaja, Basti, „Nie das erste nehmen!“, war uns aber egal)

Unser erstes Hostel in Bangkok, direkt an der Skytrain

Unser erstes Hostel in Bangkok, direkt an der Skytrain

Nun sind wir im Restiny Hostel direkt an der Skytrain mitten im Geschehen. Geile Lage, weit weg von der Khao San Road. Winziges Zimmer mit Balkon und Stockbetten. Unter uns braust der Verkehr, Tag und Nacht, und über uns donnert regelmäßig die Skytrain. Es ist saulaut, aber es stört nicht sonderlich.

Ansonsten lassen wir es langsam angehen in dieser hektischen Stadt. Gemütlich durch’s Gewusel.

Straße in Bangkok bei Nacht

Straße in Bangkok bei Nacht

Kabelwirrwarr in Bangkok

Kabelwirrwarr in Bangkok

Am Montag wollten wir nur noch ausruhen, die Umgebung erkunden (drei 7/11-Supermärkte im Umkreis von 200 Metern) und ein ganz kleines bisschen Thaifood snacken.

Mangelnder Appetit ist wohl eine Nebenwirkung vom Jetlag, und darunter leiden wir wohl gerade noch. Besonders für mich ist es hart, weil essen doch eines meiner großen Hobbies ist. Und wenn man darauf nicht so viel Lust hat, ist das traurig. :(

Bahnübergang in Bangkok

Bahnübergang in Bangkok

Am Dienstag sind wir zu Fuß durch die Stadt, Richtung Chao Phraya (der Fluss, der durch Bangkok fließt). Die Wege sind hier weiter als man beim Blick auf Google Maps denken mag, und das Wetter tut sein Übriges dazu, dass man ziemlich schnell ziemlich durch ist. Und weil Nico seine FlipFlops noch einlaufen muss, haben wir uns nach ein paar Kilometern entschieden, mit dem Bus zurückzufahren.

Blick über den Chao Phraya

Blick über den Chao Phraya

Stelzenhaus am Chao Phraya

Stelzenhaus am Chao Phraya

Nico unterwegs. Das Haar sitzt.

Nico unterwegs. Das Haar sitzt.

An der Rsidenz des Königs (nicht zu verwechseln mit dem Königspalast)

An der Residenz des Königs (nicht zu verwechseln mit dem Königspalast)

Busfahren in Bangkok kann eine Herausforderung sein, wenn man keine Ahnung hat, weil nirgendwo Fahrpläne aushängen. Und wenn, dann könnten wir sie wohl wegen mangelnder Thaikenntnisse eh nicht lesen. Aber Google Maps kennt die Verbindungen (ich glaube, das ist neu!), und so haben wir gut zurückgefunden. Für 11 Baht pro Person, das sind etwas unter 30 Cent. Die Busse sehen zwar ranzig aus, aber die Aircon funktioniert, und das ist ja die Hauptsache.

Zu Fuß wäre man in Bangkoks Verkehr allerdings fast schneller. Aber dass die Straßen hier notorisch verstopft sind, ist ja nix Neues.

Skytrain und Skywalk machen Bangkok mehrstöckig

Skytrain und Skywalk machen Bangkok mehrstöckig. Zum Glück!

Gestern stand die andere Richtung der Stadt auf dem Programm: Zu Fuß zu den hyper-modernen Shopping-Centern (da, wo neulich die Bombe hochgegangen ist). Dort haben wir wieder einmal festgestellt, dass Schicki-Micki nix für uns ist und uns riesige Konsumtempel eher Angst machen (auch wenn der Food Court im Siam Center beeindruckend ist).

Mjam mjam mjam! (Da ist noch kein Eis drin, das sind nur die Hörnchen)

Mjam mjam mjam! (Da ist noch kein Eis drin, das sind nur die Hörnchen)

Anschließend mit der Skytrain gefahren (was für ein geiles Transportmittel!) und im Terminal 21 Japanisch gegessen. Die (japanischen) Bedienungen haben sich erst etwas geziert, unsere Bestellung aufzunehmen, sich dann aber doch getraut. Heiko beschrieb das gleiche Verhalten ja auch schon von seinem Japan-Trip.

Japanisches Mittagessen im Terminal 21

Japanisches Mittagessen im Terminal 21

Danach ging’s zu Fuß und mit einigen Sackgassen zum Lumphini-Park. Die Hitze macht mich fertig, aber Nico steht voll drauf. Dort im Park (mitten zwischen Bangkoks Hochhäusern) haben wir wie beim letzten Mal gemütlich am Wasser gesessen und relaxt. Dabei drei oder vier Warane beobachtet, die dort rumschwammen und den Typen auf der Bank neben uns erschreckten. Faszinierende Viecher, mit ihren Echsen-Bewegungen und ihren langen Zungen. Jedenfalls interessanter als Enten in europäischen Teichen!

Im Lumphini-Park habe ich auch ganz unverhofft ein Problem gelöst bekommen: Nico hatte direkt am ersten Tag zwei thailändische SIM-Karten mit ein paar GB Volumen für uns gekauft. Natürlich im 7/11. Die Läden sind zwar ziemlich klein, haben aber einfach alles, vom 5-Liter-Wasser-Kanister über Gebäck (yeah!) und Fast Food (Sandwiches und so Zeug, machen sie dir an der Kasse in ner Mikrowelle warm), bis hin zu SIM-Karten. Problem war, dass man den SIM-Kartenslot in meinem iPhone nur mit einer spitzen Nadel öffnen kann (ganz toll, Apple!). Und sowas hatte ich natürlich nicht dabei: Keine Büroklammer, keine Reißzwecke, kein Ohrstecker, und natürlich erst recht nicht das bescheuerte Stimmgabel-förmige Gerät, das dem iPhone eigentlich beiliegt.

Im Lumphini-Park dann die Erlösung: Die Bäume sind dort mit kleinen Zetteln versehen, die irgendwelche Informationen beinhalten. Und diese Zettel sind mit einer Stecknadel angebracht! Die habe ich mit Nicos Hilfe kurz entwendet (an dieser Stelle kam der Leatherman, den Nicos Eltern ihm geschenkt hatten, zum Einsatz) und damit konnte ich endlich diesen beknackten SIM-Kartenslot öffnen. Puh. Danke, Thailand! :)

Wer unsere thailändischen Handynummern haben will, der melde sich bitte. Ansonsten haben wir aber auch eine Solinger Festnetznummer, über die ihr uns hier anrufen könnt (VoIP macht’s möglich).

Eine "Bushaltestelle"?

Eine „Bushaltestelle“?

Den gestrigen Abend haben wir mit einem Besuch im Rock Club hier um die Ecke abgeschlossen und schön fett Party zu einer Hardrock-Coverband gemacht. Ob das Ein Touri-Event war oder nicht, keine Ahnung. Es war nämlich kaum jemand da. 😉 Aber nach ein paar Chang haben Nico und ich den Abend halt mehr oder weniger allein gerockt.

Das rächte sich heute mit einem mäßigen Kater und tierischen Nackenschmerzen. Ich bin das Headbangen einfach nicht mehr gewohnt.

Hardrock-Coverband Munson live. Waren laut, die Jungs!

Hardrock-Coverband Munson live. Waren laut, die Jungs!

Der Rockschuppen um die Ecke

Der Rockschuppen um die Ecke

Zum Ende das Abends hin hat Nico noch ein paar Australier angequatscht, mit denen wir noch ein halbes Stündchen gegen 2 Uhr nachts vor der Tür saßen und tiefsinnige Gespräche geführt haben. Zumindest kam es uns so vor. Zu meiner Verwunderung kamen die Jungs nicht aus Melbourne (wie bisher fast alle Australier, die ich getroffen habe), sondern aus Perth (WA). Als ich erzählte, dass ich mal ein paar Monate in Kununurra (WA) gelebt habe, meinten sie, dass dort ja nur Alkoholiker leben. Das musste ich dann leider bestätigen, war schon hart da…

Heute dann nicht viel gemacht: Lange schlafen und dann zum zweiten Mal in dieser Woche in eine Garküche. Für Reiseerfahrene ist das vielleicht selbstverständlich, aber wir müssen uns noch dran gewöhnen, selbstbewusst aufzutreten, wenn ein ganzer Raum voller Asiaten dabei zusieht, wie wir Touris versuchen, mit Stäbchen und Löffel bewaffnet unsere Nudelsuppe zu schlürfen. Gut, dass wir in Ddorf ein bisschen geübt haben. Was in der Suppe rumschwimmt, weiß ich nicht so genau. Was Fleischiges, was Fischiges, was Frittiertes. Und natürlich Nudeln, Knoblauchpaste, Koriander (leider 😉 ) und Frühlingszwiebeln. Alles sehr lecker, für knapp einen Euro.

Noch eine von Bangkoks unzähligen Straßen

Noch eine von Bangkoks unzähligen Straßen

Die Straßenstände werden von uns natürlich auch stark frequentiert, wenn auch eher für Getränke: mein heißgeliebter Iced Thai Milk Tea oder Bubble Tea (war in D vor ein paar Jahren Trend; hier gehört’s zum Alltag) oder Sugar Cane Juice. Und ich trinke Sojamilch in rauen Mengen, weil die hier einfach viel leckerer ist als zu Hause. Pur, oder mit Kaffeegeschmack, oder mit Matcha-Geschmack. Mal sehen, was für Variationen ich noch finde.

Gemütlich Straßenküche unter der Brücke

Gemütliche Straßenküche unter der Brücke

Mehr Straßenküchen

Mehr Straßenküchen

So, und da mein Nacken zu sehr schmerzt und ich das Wichtigste für euch in knappen 2400 Wörtern und drei Posts zusammengefasst habe, reicht’s für heute! Keine Sorge, es wird nicht immer so ausführlich sein. Aber wir schreiben das hier ja nicht nur für euch, sondern auch für uns, als Erinnerungsstütze und für lauschige Herbstabende in 10 Jahren oder so.

Also dann: Bis bald!

9 Comments

  1. Muha, wie gut, dass auf Arbeit nix zu tun ist, so dass ich die kompletten 3 Berichte mit lesen und kreativem Nixtun verbringen kann. Die Garküchen sehen gar (muhahaha) abenteuerlich aus ;).

    Grüße aus der Heimat und von euren Katzen, denen wurde erstmal ein Kratzbaum besorgt, sonst lebt meine Couch nicht mehr lang…

  2. Michael Wöller

    Hallo Nina!
    Super und Danke!! Jetzt haben wir euch gefunden.
    Wir hatten einen Riesenspaß beim Lesen. Da ist dir ein toller Blog gelungen. Wir sind gespannt auf weitere Geschichten. Apropo SIM-Karte einlegen:
    Schau dir dein kleines Tool an! Dort wirst du mit Sicherheit eine gute, kleine und feine Pinzette finden! Viel Spaß euch weiterhin und liebe Grüße
    Angelika und Michael

    • Hallo Michael,
      Danke für den Hinweis mit dem Tool. Das haben wir natürlich zuerst ausprobiert, aber fürs SIM-Karte tauschen braucht man leider einen spitzen, feinen Metallstift, z.B. eine Nadel. Und sowas war leider nicht dran. 😉

  3. Angelika

    Hallo ihr beiden!
    Liebe Nina, jetzt kann ich deinen blog auch auf meinem iPad lesen! Ich freue mich schon auf weitere Berichte.
    Liebe Grüße
    Angelika

  4. Angelika

    Liebe Nina,
    Michael hat schon auf deinen Blog geantwortet, nur ist nicht ersichtlich, ob sein Komentar überhaupt angekommen ist. Auf jeden Fall wollte er dich auf dein kleines Tool mit der kleinen aber feinen Pinzette zum einlegen einer SIM Karte aufmerksam machen.
    liebe Grüße
    Und wenn doppelte Information..sorry
    Angelika

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